Donnerstag | 14. Dezember 2017

"Wenn der Applaus erschallt, ist meine Arbeit schon vorbei"


Filmmusik-Komponist Claudius Brüse vertonte zahlreiche Filme von kleinen Romanzen bis hin zu Blockbustern wie Fluch der Karibik, Illuminati, The Dark Knight oder Inception. Mit Prof. Sibylle Stürmer und interessiserten Studierenden und Gästen sprach er über die Zusammenarbeit mit Oscar-Preisträger Hans Zimmer, Kreativität, Zeitdruck und seine Lieblingsstücke.


Den Film "Cleopatra" mit Elizabeth Taylor und Richard Burton bezeichnet Claudius Brüse als erstes einschneidendes Filmerlebnis. Seither habe ihn die Faszination für die Filmwelt nicht losgelassen. Und als er erstmals "Le Sacre du Printemps" von Strawinski hörte, stand für ihn fest, selbst Musik machen zu wollen. Seine beruflichen Anfänge lagen allerdings noch nicht beim Film: zunächst entwickelte er Musikinstrumente und Synthesizer als Nebenverdienst, eher er 1986 für die Weltausstellung Expo in Vancouver die Musikinstallationen arrangierte. In den neunziger Jahren vertonte Claudius Brüse eine große Anzahl von Kinofilmen, TV-Movies, Dokumentationen und Serien, sowohl in Europa als auch in Amerika.

"Wenn man bei einem Horrofilm Angst hat, muss man nicht die Augen zumachen, sondern die Ohren"
(Hans Zimmer)

Dabei arbeitete Brüse auch immer wieder mit dem Oscar- und Golden Globe-Gewinner Hans Zimmer zusammen, dessen Sound Brüse als "gewaltig" bezeichnet. Für den Film Dunkirk heuerten sie seinerzeit beispielsweise "alle Kontrabassisten Londons an, um einen sehr satten Sound zu erzeugen". Perfektionist Zimmer gehe dabei auch eigene Wege: Für Man of Steel wurden zahlreiche stählerne Klänge aufgenommen, um den speziellen Sound des Filmes zu kreieren.

"Die Musik kenne ich noch ganz genau, die Bilder nicht mehr so"

Seine Aufgabe beschreibt Brüse wie folgt: "Musik zu schreiben, die zu einem bestimmten Film passt und zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein muss." Denn das Arbeiten unter Zeitdruck sei ein nicht zu unterschätzender Teil seiner Arbeit. So hatte er beim Film Rendezvous mit dem Tod für Komposition und Einspielen der Musik nur 12 Tage Zeit.
Anhand mehrerer Filmsequenzen (aus The Hunt for CM 24, Mein Weg zu dir, Rendezvous mit dem Tod) beobachteten die Gäste dann, wie Brüse mit seiner Musik den Filmen zusätzliche Ebenen und Ausdruck verleiht. Dabei gestand der Komponist ein, sich zum Teil noch sehr genau an die Musik erinnern zu können, auch wenn die Bilder schon verblasst sind - ein Beispiel für die emotionale Kraft von Musik, die viele der Anwesenden aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen konnten.
Musik erzähle auf einem anderen Erzählstrang, könne Ereignisse vorweg nehmen oder eine andere Ebene darstellen, so Bröse. Und weiter: "Unter einen Dialog zu komponieren ist wie Oper, nur dass die Darsteller sprechen und ich die Melodie liefere." Dabei sei stets auf die Gesamtkomposition zu achten, denn "wenn Musik Atmosphäre erzeugen soll, darf sie nicht zu nah am Bild sein, das würde ablenken."

Chance für Studierende zu einer Kollaboration?

Ob Brüse auch Musik für Erstlingswerke komponiere, wollte Prof. Stürmer abschließend wissen. "Kommt auf das Projekt an", so Brüse. Der Regisseur oder die Regisseurin müsse "wissen, was die Musik machen soll. Muss sie denken als sei sie ein Schauspieler." Gelingt dies, dann könne auch ein junges Filmtalent ihn überzeugen, für ein Erstlingswerk zu komponieren. Der Kontakt bestehe ja jetzt.
 

(YBH)


Über Claudius Brüse:


Claudius Brüse studierte Komposition in Seattle, Köln und Essen und arrangierte Orchestermusik, Kammermusik und solistische Werke. Noch während seines Studiums komponierte er die Musik zur Multmediainstallation im deutschen Pavillon der Expo. Direkt nach seinem Studium fokussierte sich Brüse auf Film- und Werbemusiken, Jingles und Filmmusik. Heute lebt und arbeitet er in Köln.


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Jedes Semester richtet der Studiengang Film und Fernsehen eine Ringvorlesung aus, zu der auch interessierte Gäste herzlich eingeladen sind. (Foto: A. Krolik)

Wie Musik eine Geschichte erzählen kann, die bei reiner Betrachtung der Bilder unsichtbar bliebe, erläuterte Claudius Brüse im Gespräch mit Prof. Sibylle Stürmer. (Foto: A. Krolik)

Auch Nachwuchs-Filmemacher hätten die Chance auf eine Zusammenarbeit mit ihm, so Bröse. Das Konzept müsse stimmen. (Foto: A. Krolik)

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