Dienstag | 23. Januar 2018

Auf das Neue im Journalismus: Beispiele Virtueller Realität, Sicherheit und Dark Web


Neue Formen von Journalismus standen im Fokus des Innovation Days am Kölner Campus der Hochschule Macromedia. Journalistikprofessorin Dr. Marlis Prinzing hatte die Journalisten Lisa Weitemeier und Daniel Moßbrucker eingeladen, um den Studierenden Einblicke in die VR-Technik fürs Storytelling zu geben, in Werkzeuge für sichere Kommunikation und Darknet-Recherche.


von Raphael Markert | Journalistik-Student | Macromedia Campus Köln

Langsam tastet sich Maria nach vorne. Durch verwüstete Flure, vorbei an porösen Wänden, hinein in kaputte Wohnungen. Unsere Studentin ist unterwegs im strahlenverseuchten Tschernobyl – wenn auch nur virtuell: Mit einer VR-Brille bewegt sie sich durch ein 360-Grad-Video. Mitgebracht hat es WDR-Journalistin Lisa Weitemeier zum „Innovation Day“ am Kölner Macromedia-Campus. Sie ist eine der ersten, die mit der VR-Technik im deutschen Journalismus neue Wege geht – weiß aber auch um die Risiken der neuen Technik.

Gegenseitig stülpen sich die Journalistik-Studierenden aus dem 7. Semester von Professorin Marlis Prinzing die Videobrillen über die Augen. Einer raunt. Der Blick durch die Brillen hinein in virtuelle Welten ist auch für sie noch völlig neu. „Die Orientierung mit der Brille war anfangs noch etwas ungewohnt“, erzählt Maria, die nach ihrem Studium an der Hochschule Macromedia Fernsehjournalistin werden möchte, nach ihrem Gang durch das virtuelle Tschernobyl. Über eine Million Mal ist das vom WDR produzierte Video im Internet abgerufen worden; es ist zudem kaum teurer gewesen als jeder andere Beitrag derselben Länge, berichtet Weitemeier unseren Studierenden.

Die Multimedia-Redakteurin betreut beim WDR in Köln federführend die 360-Grad-Produktionen, die ihr Publikum mal den Blick vom Balkon des Kölner Doms, mal einen Gang über den Meeresboden hautnah erleben lassen. „Grundsätzlich macht der redaktionelle Einsatz dieser Technik immer dann Sinn, wenn wir den Zuschauern auf diese Weise eine besondere Sache erlebbar machen wollen“, erklärt sie.

Werden wir in 10 Jahren fast alles, zum Beispiel also die komplette Tagesschau nur noch durch die VR-Brille betrachten? Eher nicht. „Einen Beitrag über die Rentenreform als 360-Grad-Video zu produzieren, macht recht wenig Sinn“, differenziert die WDR-Journalistin. Da hingegen, wo ein Zuschauer selbst nicht hinkomme und wo gewaltige Bilder möglich sind, könne die sogenannte virtuelle Realität zur zentralen Erzählform der Zukunft werden. Die Erzählvarianten sind groß: Man kann einen Zuschauer scheinbar selbst im Aufzug hinabfahren lassen in eine dunkle Zeche im Ruhrpott oder so tun, als könne er in die Haut eines Schweins in der Massentierhaltung schlüpfen – jeweils um die Empathie des Zuschauers durch die Erfahrung mittels VR-Brille zu steigern.

Doch nicht erst das Beispiel des Schweins illustriert, dass VR-Technik im Journalismus auch ihre medienethischen Grenzen hat, schildert Weitemeier. Manches lasse sich niemals nachempfinden und bediene nur den Voyeurismus, erklärt sie an einem Beispiel: „Wir haben ein Stück über Auschwitz gemacht. Aber wir würden darin nie Passagen einbauen, in denen z.B. einer sich virtuell in einen Verbrennungsofen legen könnte. Das macht nie Sinn, da ist eine klare Grenze.“ Sie hält es für sehr wichtig, dass angehende Journalisten „sich wie hier mit dem technischen Fortschritt auseinandersetzen und Wege finden, auch junge Leute im Publikum wieder zu gewinnen.“

Verschlüsselter Zugang zeigt Professionalität

Der technische Fortschritt birgt auch in anderen Feldern Chancen sowie Risiken. Das erläutert Daniel Moßbrucker, der unter anderem für die Nichtregierungsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ tätig ist, am Beispiel von Werkzeugen, mit denen Journalisten im Digitalen ihre Informanten, aber auch sich selbst besser vor riskanten Übergriffen schützen können.  Journalisten, die in ihrer Mailsignatur auf einen verschlüsselten Zugang hinweisen zum Beispiel mit PGP, zeigen damit auch ihre Professionalität.

Er zeigte den Studierenden Methoden zur Verschlüsselung und sie diskutierten über die Bedeutung des Darknets. Moßbrucker ist überzeugt: Deutsche Journalisten gehen mit moderner Technik zu sorglos um. „Natürlich muss ein Journalist seine Kommunikation heute nicht immer und überall verschlüsseln“, sagt er. „Aber wir brauchen ein Bewusstsein dafür, dass es den Informantenschutz aus der analogen Welt mit der Vorratsdatenspeicherung im Digitalen so eben nicht gibt.“ Journalisten müssten also besonders flexibel sein und sich auf Unwägbarkeiten einstellen können.

All dies sind Fähigkeiten im modernen Journalismus, die die Hochschule Macromedia ihren Studierenden nicht nur am „Innovation Day“ am Campus Köln vermitteln möchte: „Journalistischen Nachwuchs im Studium auf  Herausforderungen der digitalen Transformation vorzubereiten, ist für mich als Ausbilderin ein zentrales Anliegen“, erklärt Professorin Marlis Prinzing. „Journalisten haben in der digitalen Gesellschaft eine außerordentliche berufliche Verantwortung.“

Mehr zum Journalistik-Studium an der Hochschule Macromedia:
- Journalismus
- Fashion Journalismus
- PR und Corporate Communication
- Sportjournalismus


Lisa Weitemeier (li.) ist Multimedia-Redakteurin bei der WDR-Sendung "Quarks. Das Wissenschaftsmagazin". Beim Innovation Day gab sie ihr Know-how weiter.

Eindringlich und bildgewaltig - so geht Storytelling in der Virtuellen Realtität. Das konnten die Macromedia-Studierenden hautnah erleben.

In der digitalen Gesellschaft ist ein gewisses Technologie-Verständnis auch für Journalisten essenziell - ein wichtiges Learning des Innovation Day.

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