Sonntag | 18. Februar 2018

„Wer publiziert, muss vorher die Folgen bedenken“


Integration in einer Gesellschaft war immer eine auch ethisch sehr bedeutsame Herausforderung für die Medien – und erhielt durch die aktuellen Zuwanderungen weitere Relevanz. Wissenschaftler und journalistische Praktiker präsentieren im neuen Band „Migration, Integration, Inklusion“medienethische Analysen und Handlungsempfehlungen für die digitale Mediengesellschaft. Die Kölner Macromedia-Professorin und Ethik-Expertin Marlis Prinzing ist im Herausgeber- und im Autorenteam.


Für den Band hat Marlis Prinzing einen praxis- sowie einen theoriebezogenen Beitrag verfasst. Unter der Überschrift „Bewusst alte Muster durchbrechen?“ analysiert sie Berichterstattungskonzepte – z.B. anwaltschaftlicher und konstruktiver Journalismus – aus ethischer Perspektive.

In einem weiteren Beitrag befasst sie sich mit der Kommunikation von Polizei, Publikum und Medien rund um den Amoklauf vom 22. Juli 2016 in München und kommt zu dem Schluss: „Wer publiziert, muss vorher die Folgen bedenken; er muss mehr darüber wissen, was er anrichten kann, wenn er Polizei im Einsatz oder Menschen in Angst fotografiert oder filmt und dies sofort ins Netz lädt.“ Sie setzt an bei der (schwachen) Integrationswirkung öffentlicher Kommunikation in Terrorlagen und führt dazu ein medienethisch-polizeipraktisches Zwiegespräch mit dem Sprecher der Münchner Polizei Marcus da Gloria Martins, der für die Art, wie er die Kommunikationsarbeit während des Amoklaufs leitete, anschließend viel Lob und Anerkennung erhielt.

Vorträge der Jahrestagung der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) im vergangenen Februar sind ein wesentlicher Kern des Buchs, das in der Reihe Kommunikations- und Medienethik erschienen ist.

Der Band setzt bei der Überzeugung an, dass Journalismus mit hoher Qualität möglichst alle Akteure einer Gesellschaft abbildet und ihnen ein Forum öffnet. Ein solcher Journalismus sieht in sozialen Funktionen und damit auch in der gesellschaftlichen Integration und Inklusion eine seiner Kernaufgaben. In einer demokratischen Gesellschaft haben Medien den Auftrag, zum sozialen Zusammenhalt beizutragen – und zwar öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten ebenso wie privat-kommerzielle Medien. Alle sind aufgefordert, zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zu vermitteln. Die Bewältigung solcher Aufgaben war immer schon eine große und ethisch sehr bedeutsame Herausforderung für die Medien. Unter den Bedingungen des digitalen Wandels der Medienlandschaft und in der aktuellen Situation der Zuwanderung ist sie noch gewachsen. Wissenschaftler und journalistische Praktiker reflektieren die Möglichkeiten und Grenzen, gesellschaftliche Integration zu rahmen und zu unterstützen.

Weitere Beiträge verfassten Mariella Bastian, Janis Brinkmann, Bernhard Debatin, Tobias Eberwein, Korbinian Eisenberger, Susanne Fengler, Alexander Filipovic, Regina Greck, Michael Haller, Jessica Heesen, Volker Herres, Steffen Jenter, Katja Kaufmann, Larissa Krainer, Carmen Krämer, Nina Köberer, Kerstin Liesem, Sandra Müller, Colin Porlezza, Mareike Schemmerling, Michael Schröder, Leonie Seng, Fabian Sickenberger, Judyta Smykowski, Ingrid Stapf, Kati Stuckmeyer und Anna Carina Zappe.


Marlis Prinzing / Nina Köberer / Michael Schröder (Hrsg.):
Migration, Integration, Inklusion.
Medienethische Herausforderungen und Potenziale für die digitale Mediengesellschaft (Bd. 8 der Reihe Kommunikations- und Medienethik, hrsg. von Alexander Filipović, Christian Schicha und Ingrid Stapf), Baden-Baden (Nomos) 2018.
276 S., 64,00 €, ISBN: 978-3-8487-4304-9.

Bestellen kann man das Buch z. B. beim nomos-Verlag.


Mehr zum Journalistik-Studium an der Hochschule Macromedia:


- Fachrichtung Journalismus
- Fachrichtung Fashion Journalismus
- Fachrichtung Sportjournalismus
- Fachrichtung PR & Corporate Communication

(MPR/YBH)


An der Hochschule Macromedia legt Journalistik-Professorin Dr. Marlis Prinzing neben der Wissensvermittlung auch großen Wer darauf, mit ihren Studierenden einen moralischen "Kompass" zu entwickeln.

Unter der Überschrift „Bewusst alte Muster durchbrechen?“ analysiert Prof. Prinzing Berichterstattungskonzepte – z.B. anwaltschaftlicher und konstruktiver Journalismus – aus ethischer Perspektive.

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