Sport, Politik, Wirtschaft: Erfolgschance Wettbewerb
Ein Gastvortrag von Professor Dr. Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, an der MHMK am Campus Stuttgart.
Einen hochrangigen Gast konnte die MHMK am Campus Stuttgart gewinnen: Professor Dr. Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Aufsichtsratsvorsitzender des VfB Stuttgart, sprach über das Beziehungsgeflecht „Sport, Politik und Wirtschaft“. Der Arbeitgeberpräsident betonte vor den gut einhundert Studierenden und Professoren in der Aula der Hochschule vor allem die Bedeutung des wettbewerblichen Kräftemessens in diesem Beziehungsgeflecht. Sowohl im Bereich des Sports als auch in der Wirtschaft sei der Wille zu herausragenden Leistungen unabdingbare Voraussetzung für große Erfolge. Und Leistungen setzen Anstrengungen voraus. Damit unterstrich Dieter Hundt einmal mehr die Bedeutung und die Chancen, die in einem funktionierenden Wettbewerb liegen. Mit dieser Aussage schaffte er schließlich auch einen gelungen Transfer auf die Politik. Denn insbesondere bei ihr sieht er die Aufgabe, „Führung und Verantwortung zu übernehmen und sich auch durch das gelebte Vorbild für Leistung und Wettbewerb einzusetzen“.
Fünf Milliarden Euro Wertschöpfung im deutschen Profifußball
Die besondere Bedeutung der Beziehung zwischen Wirtschaft und Sport belegte Hundt anhand einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung McKinsey im Auftrag der Deutschen Fußballliga: Demnach erzeugt der Profifußball in Deutschland eine jährliche Wertschöpfung von mehr als fünf Milliarden Euro. Rund 110.000 Jobs in Deutschland stehen mit dem professionellen Fußball in Zusammenhang. Dem deutschen Staat fließen durch den Profifußball jährlich rund 1,5 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben zu. Damit dokumentierte Dieter Hundt eindrucksvoll das steigende Interesse der Wirtschaft am Sport. Die Zielsetzung ist eindeutig: Die Wirtschaft sucht verstärkt neue, interessante Möglichkeiten, um ihre Produkte und Dienstleistungen in möglichst breiten Zielgruppen bekannt zu machen. Ein positiver Trend für die prominenten Sportarten. Hundt verwies in diesem Zusammenhang aber auf die große gesellschaftliche Bedeutung des Breitensports und der vielen medialen Randsportarten, die nur unwesentlich von diesem Trend der Kommerzialisierung profitieren. Auch sie benötigen eine entsprechende Förderung.
Der goldene Weg ist ein „Stuttgarter Weg“
Als Aufsichtsratsvorsitzender des VfB Stuttgart schloss Dieter Hundt seinen Vortrag mit einem Ausflug in die Fußball-Bundesliga. Hier unterstrich er einmal mehr die Gefahren, die im Profifußball durch Überdruss und Übertreibungen lauern. Gefahren, die er im Übrigen auch für die Politik und die Wirtschaft sieht. Als Begründer des „Stuttgarter Weges“ verwies er auf die Leitlinien des VFB Stuttgart, die sich in einer Orientierung an Professionalität, Seriösität, Kontinuität und finanzielle Stabilität ausrichten. Diese sieht er als unabdingbare Voraussetzung auch für sportliche Erfolge. Und die Ergebnisse der Rückrunde geben ihm auch in diesem Punkt absolut recht! (gs)
Regio-TV hat den Beitrag über den Gastvortrag mit Herrn Dr. Hundt online gestellt. Hier der Direktlink.
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