Donnerstag | 19. Mai 2011
Topnews, München, Auszeichnungen

MHMK feiert Preisträger des Designpreises „Alice im Datenland“

Im Rahmen einer „Langen Nacht der Werbung“ in Kooperation mit dem ADC Art Directors Club für Deutschland und dem GWA Gesamtverband Kommunikationsagenturen prämierte die MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, am heutigen Abend die Gewinner des Designpreises „Alice im Datenland“.


Basierend auf einem Konzept, das 2008 gemeinsam mit dem bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus erarbeitet wurde, hat die MHMK in diesem Frühjahr zum dritten Mal ihren Designpreis für Schülerinnen und Schüler der bayerischen Oberstufen ausgeschrieben. Nachwuchskreative ab der 10. Jahrgangsstufe waren aufgerufen, unter dem Motto „Alice im Datenland“ die fiktive Figur „Alice im Wunderland“ im Märchen von Lewis Carroll in die Gegenwart zu übertragen.
 
Zur Fachjury gehörten Prof. Tanja Schmitt-Fumian, Studiengangleiterin Medien- und Kommunikationsdesign an der MHMK, Dr. Helga Huskamp, Leiterin Marketing und Markenkommunikation der MHMK, Gabriele Königstein, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Medien- und Kommunikationsdesign sowie Falk Sniegocki, Creative Director bei plan.net solution, einem Kreativableger der serviceplan gruppe. Bewertungskriterien für die eingesandten Arbeiten waren die Originalität der präsentierten Idee und Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Märchens und der Thematik „Daten“ sowie Realitätsnähe und Umsetzbarkeit, visuelle Qualität und Ausdrucksstärke der Präsentation. Jedes visuelle Medium vom Plakat bis zur App war erlaubt. Aus circa 45 Einsendungen von Schülern aus ganz Bayern, darunter Grafiken, Texte, Computerpräsentationen, Papiercollagen, interaktive Konzepte und Tuschezeichnungen, nominierte die Jury 10 Arbeiten. Die ersten 3 davon erhalten Preise zwischen 150 und 500 Euro. “Das Qualität der eingereichten Arbeiten war wirklich sehr hoch”, so Studiengangleiterin Medien- und Kommunikationsdesign Tanja Schmidt-Fumian. Die Jury habe sehr intensiv über einzelne Arbeiten diskutiert und sich sogar die Zeit genommen, auch in der dritten Runde die Platzierungen innerhalb der zehn Arbeiten noch einmal neu zu verteilen. “Auffallend ist”, so Jurymitglied Dr. Helga Huskamp, “dass fast alle Schüler und Schülerinnen in ihren Arbeiten sehr differenziert und kritisch mit unserem digitalen Zeitalter umgehen.” Es gehe dabei um das Sein und das Ich im virtuellen Leben. Jungen wie Mädchen zeigten in ihren Arbeiten eine Alice, die in dem digitalen Umfeld orientierungslos und ein bisschen auf verlorenem Posten stehe. Dabei drückten die Arbeiten keine destruktive Hoffnungslosigkeit aus, sondern es sei vielmehr das Staunen und das Suchen nach einem individuellen Platz in der Vielfalt des digitalen Zeitalters, das sich als Thema durch fast alle Arbeiten ziehe.
 
Bei aller kritischen Auseinandersetzung mit „Alice im Datenland“ ging der 1. Preis an eine Arbeit, die das gestellte Thema bewusst mit leichter Ironie, aber dennoch unheimlich präzise und klar sowie mit spielerischer Freude umgesetzt hat. Oliver Günthers grafische Arbeit „iAlice“ hat alle Jurymitglieder auf Anhieb begeistert, denn die ironisch lächelnde Alice, die langgestreckt und mit einem kecken Blick auf eine zur Spielkarte gewordene Computermaus blickt und dazu noch einen roboterisierten Arm hat, ist visuell klar und einfach, macht Spaß. erreicht den Betrachter und verbindet zugleich inhaltlich alle Ebenen des Märchens mit den Perspektiven des digitalen Menschen. Die Arbeit des Schülers der Ernst-Barlach-Fachoberschule aus Kranzberg erzählt mit einer Leichtigkeit eine komplexe Geschichte in nur einem Motiv. Der 2. Platz ging an Arthur Barn vom Arnold-Gymnasium in Neustadt bei Coburg, der in seiner Arbeit die „Tragweite des Konfliktes zwischen Alice und Moderne“ thematisiert, digitales Konsumverhalten in Frage stellt und anloges und digitales Buch und Game in einer märchenhaften Multimediawelt verortet. Den 3. Platz sicherte sich Laura Dirnberger vom Chiemgau Gymnasium Traunstein, mit einer Arbeit, in der Alice sich verführen lässt von der Vielfalt und den Angeboten der digitalen Märchenwelt. Einmal eingestiegen findet Dirnbergers „Alice im Datenland“ nicht mehr heraus und findet sich gefangen hinter der Scheibe ihres iPhones wieder.
 
Die Preisverleihung und Bekanntgabe der Gewinner fand am Abend des 19. Mai auf dem MHMK-Campus im Münchner Westend im Rahmen der „Langen Nacht der Werbung“, kurz ADnight, statt. Eröffnet wurde die Nacht um 17:45 Uhr von Prof. Hansjörg Zimmermann, Professor für Markenkommunikation und Werbung an der MHMK, und Michael Schmidt-Ott, Vice Head of Marketing Communications der Macromedia GmbH und Initiator des Designpreises. In der Folge überreichen Prof. Tanja Schmitt-Fumian und die Jury die Preise an die 10 Erstplatzierten. Ab 18:45 Uhr ging dann zur Feier des Tages die „Lange Nacht der Werbung“ los. Die Agenturen Wächter & Wächter und fischerAppelt stellten sich und ihre Pitch-Aufgaben dem neugierigen Werbenachwuchs vor. In Impulsvorträgen und Workshops sprachen GWA-Pressesprecher Mirco Hecker über „Mehr Gates – weniger Picassos“ und MHMK-Studierende über eine Kampagne zum Weltfrauentag 2011, die sie für die Kreativschmiede fabrica von Benetton gestalten durften. Werbefilme der Cannes-Rolle 2010 liefen auf Leinwänden. ADC-Creative Director Eric Urmetzer bot ein Mappencoaching. Und vieles mehr. Bei einem Mitternachtspitch konnten die Besucher dann ihre im Laufe des Abends gestalteten Arbeiten vorstellen. Und wurde bei der After Show Party mit den Münchner Star-DJs Alex D’Espace & DJ’acob Fantastic bis zum Open End durchgefeiert.

1. Platz: Oliver Günther

2. Platz: Arhur Barz

3. Platz: Laura Dirnberger

4. Platz: Michael Schmid

5. Platz: Theresa Meier

6. Platz: Valerie Hübscher

7. Platz: Julia Sprenzinger

8. Platz: Anna Schlurdt

9. Platz: Nadine Albrecht

10. Platz: Maria Theiss