Wozu noch Fernsehen? Essayserie von MHMK-Journalistikprofessor Stephan Weichert
Ein Medium im Übergang. Wie sieht die Zukunft des Fernsehens aus? Der MHMK-Journalistikprofessor Stephan Weichert und der ehemalige MHMK-Dozent und Medienwissenschaftler Leif Kramp geben gemeinsam mit der überregionalen Tageszeitung „Die Welt“ eine neue Feuilleton-Serie heraus.
Was einst die liebste Freizeitbeschäftigung der Deutschen war, mutiert zum Auslaufmodell: das Fernsehen. Die jungen Zuschauer sehen immer weniger fern, viele besitzen gar kein TV-Gerät mehr. Was müssen die Fernsehkreativen also tun, damit sich das jüngere Publikum nicht ganz ins Internet verabschiedet? Wie kann die Transformation des Fernsehens zum modernen Massenmedium gelingen? Warum lieben wir das Medium so sehr, das uns jegliche Partizipation verweigert? Und wozu überhaupt noch klassisches TV? Solche und andere unbequeme Fragen zur Zukunftsfähigkeit des Fernsehens stellen sich Stephan Weichert und Leif Kramp in ihrer neuen Essay-Serie in Kooperation mit der Tageszeitung „Die Welt“.
In der von den beiden Medienexperten initiierten und herausgegeben Serie erörtern populäre TV-Moderatoren, Filmproduzenten, Publizisten und Wissenschaftler das Fernsehen von morgen. Den Auftakt machten Weichert und Kramp selbst: In einer Tour d‘Horizon entwerfen sie ein modernes Sittengemälde des Fernsehens, das aller Schwarzmalerei trotzen möchte, zugleich aber mit erheblichen Verwerfungen in der Zuschauergunst und der Bereitstellung seines Angebots zu kämpfen hat.
Auch Jörg Thadeusz, Journalist und Fernsehmoderator, glaubt an die Zukunft des Fernsehens. In seinem Essay stellt er die Menschen, die das Fernsehen machen, in den Vordergrund. Charaktere mit Seriosität, Geist und Können seien gefragt, so Thadeusz. Eigenschaften, die in einer immer komplexer werdenden Welt vonnöten sind. Gert Scobel, der auf 3sat die Kultursendung „Scobel“ moderiert, macht sich in seinem Essay medienpolitische Gedanken zur Zukunft der öffentlich-rechtlichen Anstalten und sieht letztlich die Macher in der Verantwortung: Schaffen sie es ein Fernsehen zu gestalten, das nicht zum Abschalten, sondern zum Anschalten des Geistes motiviert, dann hat das Medium Fernsehen auch wirklich eine Zukunft.
In den kommenden Wochen werden weitere Beiträge prominenter Persönlichkeiten aus der TV-Branche erscheinen, unter anderem von Steffen Hallaschka (Stern TV), Judith Rakers (Tagesthemen), Fred Kogel (TV-Produzent), Nico Hofmann (Teamworx), André Zalbertus (AZ Media), Kilian Riedhof (Regisseur „Bloch“, „Tatort“), Nobert Schneider (ehemaliger Direktor der NRW-Landesmedienanstalt LfM), Stephan Lamby (Dokumentarfilmer) und Bernd Gäbler (ehemaliger Direktor des Adolf Grimme Instituts).
Alle Beiträge sind nachzulesen in „Die Welt“ oder unter www.welt.de/wozufernsehen
(sju)


