Dienstag | 13. Dezember 2011
München, Master School

„Stay curious and open minded!“

Diesen Appell richtete Designstrategin Astrid Thomaser am 30. November 2011 bei der englischsprachigen Master Lecture „Out of the Comfort Zone“ auf dem Münchner Campus der MHMK an die Studierenden.


Produktdesign sei immer auch eine Interpretation der menschlichen Bedürfnisse, davon ist Astrid Thomaser, Expertin auf dem Gebiet der qualitativen Forschungsmethoden und des strategischen Designconsulting, überzeugt.

 

Ihr Motto: „Observe what's real, not ideal.“ Das heißt: Produktdesigner sollten nicht in einer idealen Welt arbeiten, sondern Menschen in ihrem Alltag beobachten und Produkte, Dienstleistungen und Marken entsprechend gestalten. Wer einen Tisch entwerfe, solle sich daran erinnern, dass dieser mehr als ein Möbelstück sei. „People dont need a table, they need a place to socialize“, sagt Thomaser provokativ. Und legt mit weiteren Beispielen nach, etwa dem von einer älteren Frau, die ihr Medizinfläschchen mit der Brotmaschine öffnete, weil der Verschluss zu fest saß. Der Verpackungsdesigner hatte das Glück, davon zu erfahren und konnte die Verpackung entsprechend redesignen.

 

Der Produktdesigner solle aber nicht darauf warten, bis Kunden sich äußerten. „Meet people in their natural context. Let them show you how they use things.“ Denn Menschen neigten dazu, sich mit den Dingen, die sie umgeben, zu arrangieren, selbst dann, wenn diese ihren spezifischen Bedürfnissen widersprächen. Aufgabe des Designers sei es vor allem, solche Widersprüche zu erkennen und die Nutzerbedürfnisse zu verstehen. Dazu müsse man eine Designidee aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Nur so könnte man echte Innovationen kreieren: „Human centered design helps you to filter the good from the bad and is the key to create meaningful innovations!“

(sis)

Designstrategin Astrid Thomaser und Prof. Jürgen Faust ...

... und ihr Publikum