Diktatoren die Unterstützung verweigern!
DJV veranstaltet Diskussionspanel zum Tag der Menschenrechte an der MHMK Hamburg.
Seit 53 Jahren gibt es sie – die Menschenrechte. Ein Grund zum Feiern? In Ländern wie Syrien, dem Jemen oder dem Iran regieren Diktatoren mit harter Hand.
Um auf die weltweite Missachtung der Menschen- und Presserechte hinzuweisen, hat die Macromdia Hochschule für Medien und Kommunikation und der Deutsche Journalisten Verband nach Hamburg geladen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion kamen Aktivisten zu Sprache, die von den Missständen in ihren jeweiligen Ländern berichteten. Es wurde deutlich: Mittels hochmoderner Zensur- und Spionagetechnologie werden Bürger und Journalisten immer noch mundtot gemacht. Häufig seien deutsche Firmen Lieferanten für die Waffen- und Spionagetechnik der Diktatoren, so die Diskutanten. Daher müsse sich Deutschland noch entschlossener für Menschenrechte einsetzen und weniger Doppelmoral kultivieren, fordert in diesem Zusammenhang Yazdan Shohadai aus dem Iran.
Um zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, waren auch hochkarätige Politiker eingeladen. So zeigten sich Johannes Kahrs (SPD), Jürgen Klimke (CDU), Burkhardt Müller-Sönksen (FDP) und Katharina Fegebank (GAL) betroffen von dem menschenverachtenden Ausmaß der Augenzeugenberichte. Der Tatsache, dass deutsche Unternehmen ungehindert Technologien zur Einschränkung der Pressefreiheit an Diktatoren liefern, müsse dringen gesetzlich entgegengewirkt werden, forderte hier Fegebank.
Stephan Weichert, Studiengangleiter Journalistik an der MHMK in Hamburg, sprach auch die Rolle der Medien an. Wo Terror, Gewalt und Zensur herrsche, dienten oft Social-Media-Plattformen als Sprachrohr der Unterdrückten. Doch selbst in Europa seien Auswüchse publizistischer Zensur in Form von Redaktionsdurchsuchungen und Beschlagnahmungen von Recherchematerial zu beobachten, so der Medienwissenschaftler. Gerade deshalb sei die öffentliche Debatte über Menschenrechte und Pressefreiheit wichtig. „Wir als private Hochschule müssen die Gesellschaft stärker für die politische Relevanz und die freie Presse sensibilisieren.“
Nach einer anschließenden, kontroversen Diskussion zwischen Politiker, Aktivisten und Publikum, klang der Abend mit persischer Musik aus. (Christoph Brüggemeier)

Professor Dr. Stephan Weichert (MHMK) eröffnet die Veranstaltung

Mussab Tahhan (Mitte) aus Syrien ist Arzt und syrischer Oppositionär

Kathrin Erdmann (links) moderiert die Diskussionsrunde mit hochrangigen Politikern

