Donnerstag | 27. Juli 2017

Bürgerdialog oder Selbstinszenierung – Social Media im Wahlkampf 2017


Die sozialen Medien werden den Bundestagswahlkampf beeinflussen. In welchem Umfang – darüber diskutierten am Campus München der Hochschule Macromedia Claudia Stamm (mut-Partei), Andreas Keck (FDP), Karsten Dietel (CSU) und Social Media Experte Lorenz Beringer. Das Moderatorenteam bildeten Jennifer Fiedler (Lecturer) und Tino Harth-Brinkmann aus dem Studiengang Journalistik. Gastgeber waren Prof. Hansjörg Zimmermann und Prof. Dr. Dr. Castulus Kolo. Vielen Dank für eine tolle Diskussion!


Ja, auch im deutschen Bundestagswahlkampf werden die politischen Partien Segmentierungsmöglichkeiten in Social Media nutzen, um Wählerinnen und Wähler individualisiert zu kontaktieren und zu spezifischen Themen zu informieren. Die Qualität ist jedoch eine andere als im US-Wahlkampf: „Der deutsche Gesetzgeber setzt klare Grenzen bei der Nutzung personenbezogener Daten. Custom Audience Retargeting-Maßnahmen sind bei uns nicht zulässig", sagt Lorenz Beringer, Geschäftsführer der Social Media Agentur Lobeco mit diversen Mandaten aus Wirtschaft und Politik.

Dialog auf Augenhöhe: das Demokratieversprechen von Social Media

Natürlich macht der persönliche Kontakt zum Wahlvolk auch für deutsche Politiker den großen Reiz von Social Media aus. Wahlkampf nicht als Beschallung der Wähler mit den eigenen Programmen, sondern als Dialog auf Augenhöhe – so lautete von Beginn an das große Demokratieversprechen der sozialen Netzwerke. „Wir sprechen Klartext in den sozialen Medien, setzen auf innovative Content-Formate und gelebten Dialog mit den Bürgern“, betont denn auch Karsten Dietel, Head of Social Media der CSU, beim Macromedia-Polit-Talk. Keiner der Vertreter auf dem Podium würde da widersprechen – aber findet der Dialog tatsächlich statt?

„Wie intensiv der Wählerdialog auf Social Media geführt werden kann, hängt stark von den Ressourcen der Parteien ab“, macht Claudia Stamm von der gerade gegründeten mut-Partei deutlich. „Wer seine Social Media Konversationen selbst führt, kommt schnell an Kapazitätsgrenzen.“

Persönlich und polarisierend: Zu kurz für Differenzierungen

Jenseits des Bürgerdialogs ist Social Media vor allem eines: ein weiterer Kanal zur Inszenierung der politischen Agenda. So wundert es nicht, dass Marketingterminologien die Diskussion in der Aula der Hochschule Macromedia bestimmen. FPD-Politiker Andreas Keck, auch im bürgerlichen Leben Kommunikationsexperte, bringt es auf den Punkt: „Relevant, plakativ, manchmal sogar polarisierend – und persönlich. So sehen erfolgreiche Social Media Posts aus. Und dabei immer auch bedenken, dass das persönliche Profil nur vermeintlich privat ist und letztlich auch öffentlich."

Für den politischen Diskurs bleibe immer noch Twitter, darin stimmen die anwesenden Politiker überein. Gegenseitige Bezugnahmen sind dort Pflicht – mal konsensorientiert, mal polemisch. Wir freuen uns auf einen spannenden Wahlkampf. #youchange

Weitere Informationen zum Studiengang Journalismus B.A. gibt es hier.

(IMH)


Wahlkampf und Social Media. Am Campus München diskutierten: Claudia Stamm (2.v.l), Andreas Keck (3.v.l.), Karsten Dietel (3.v.r.) und Lorenz Beringer (2.v.r.). Moderiert von Jennifer Fiedler (rechts) und Tino Harth-Brinkmann (links).

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