Montag | 11. September 2017

Neue Debattenkultur in den sozialen Medien: Meinungsartikel von Prof. Prinzing in "Der Standard"


Wenn auf Facebook & Co häufig polarisierend und verkürzt über politische Themen diskutiert wird, treten gesellschaftliche Brüche besonders deutlich zutage. Journalismusprofessorin Dr. Marlis Prinzing entwirft in ihrer Kolumne für den österreichischen "Standard" zwei Möglichkeiten, diese Brüche zu heilen: Andere Ansichten aushalten und hinhören.


Ausgangspunkt des aktuellen Kolumnen-Beitrags "Social Media und politische Meinungsbildung: Brücken bauen, hinhören" von Prof. Dr. Marlis Prinzing ist eine Studie: Das Team um die Mainzer Publizistikprofessorin Birgit Stark wollte herausfinden, wie politische Meinung durch Informationsvermittler (Intermediäre) geprägt wird. Dazu verglichen die Medienwissenschaftler klassische Nachrichtenquellen mit Social Media wie Facebook & Co. Die Forscher befragten deutsche Nutzer online, zeichneten deren Internetnutzung auf und diskutierten mit einigen.

Deren unter dem Titel „Ganz meine Meinung? Informationsintermediäre und Meinungsbildung“ veröffentlichte Arbeit zeigt: Wer sich in Diskussionen auf Facebook in seiner Meinung bestätigt fühlt, der postet mit, wer nicht, schweigt eher - anderen Ansichten kann man gut ausweichen. So verzerren die polarisierenden, emotional geführten Debatten das Bild des tatsächlich in der Gesellschaft bestehenden Meinungsklimas und bereiten jenen ein leichtes Spiel, die mit Lügen und Desinformation Menschen gegeneinander aufhetzen und Unruhe stiften wollen. Journalisten können solche Effekte noch verstärken, indem sie selber die in sozialen Medien laufenden Diskussionen überbetonen und hitzige Debatten damit noch weiter anheizen.

Prinzing verweist auf weitere medienwissenschaftliche Analysen und schließt sich der Auffassung an, man müsse dringend das Problem an der Wurzel packen. Denn letzten Endes zeige die Art, wie auf Facebook & Co. diskutiert wird, dass es tiefe Brüche in unserer Gesellschaft gibt – und nur einen wirklichen Weg, um sie zu heilen: Systematisch Menschen wieder miteinander ins Gespräch bringen und hinhören. Gerade, wenn man nicht derselben Ansicht ist.

Klingt einfach, scheint schwierig, ist aber durchaus praktisch umsetzbar, schreibt Marlis Prinzing ihrer Kolumne auf der Onlineplattform der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“. Als positives Beispiel verweist sie auf das neue „Sonderressort“ #D17 „Deutschland spricht“, das die Online-Redaktion der ZEIT als „Dating-Plattform für den politischen Streit“ eingerichtet hat. Nach einem Aufruf der „Zeit Online“-Redaktion trafen sich an einem Sonntag im Juni 1.200 Personen mit gegensätzlichen Überzeugung zu aktuellen Themen – wie der Aufnahme von Flüchtlingen, der Ehe von Homosexuellen oder dem Ausstieg aus der Atomenergie – paarweise zum politischen Streit.

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(MPR / YBH)


Prof. Dr. Marlis Prinzing lehrt Journalismus am Campus Köln und forscht zum digitalen Wandel der Mediengesellschaft.

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