Donnerstag | 30. April 2009
München

Beweglich wie ein Schnellboot
Produzent Jochen Laube im Praxisgespräch, am 14. Mai in München


Die Veranstaltungsreihe der MHMK und der Adolf-Grimme-Akademie wird am 14.05. um 18.30 mit einem weiteren Referat und Fachgespräch fortgesetzt., das von Heinz Günter Clobes, dem leiter der Adolf Grimme Akademie moderiert wird. Die Veranstaltung ist für alle Interessierten kostenlos zugänglich, um Anmeldung unter info.muc@macromedia.de wird gebeten.
 
Natürlich lässt sich gut träumen mit dem Abschluss einer berühmten Filmakademie in der Tasche: Ab nach München oder mindestens nach Berlin und her mit den Großproduktionen – das umso mehr, wenn man zusätzlich sogar tragfähige Kontakte zur nationalen Ideenschmiede teamWorx und der Produzentenikone Niko Hofmann hat.
 
So oder so ähnlich jedenfalls könnte Jochen Laube ans Werk gegangen sein, als er an der Filmakademie in Ludwigsburg fertig war. Mit Hofmann hat er zu tun als Produzent für teamWorx Ludwigsburg, wo er aber auch geblieben ist und seit 2006 seine eigene kleine Firma Sommerhaus betreibt. Seitdem reiht sich Erfolg an Erfolg, Produktion an Produktion. Sein Diplomfilm 2005 ("Urlaub vom Leben") ist in der Kategorie Bester Spielfilm für den Studio Hamburg Nachwuchspreis ausgezeichnet worden. 2004 war er schon Caligari-Preisträger und entwickelte das Konzept des Filmprojektes „Wörterbuch der Sinne“, fünf Kurzfilme, welche auf der Berlinale 2005 ihre Premiere feierten. Der Spielfilm "Blindflug" feierte auf der 57. Berlinale im Februar 2007 seine Premiere als Eröffnungsfilm der Perspektive deutsches Kino.
 
Seine aktuelle Produktion "Novemberkind" mit Anna Maria Mühe und Ulrich Matthes in den Hauptrollen, wurde auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis 2008 uraufgeführt und mit dem Publikumspreis prämiert. 2009 erhielt für den Dokumentarfilm "Sonbol– Ralley durch den Gottesstaat" (Regie: Nico Apel) den Grimme-Preis und die Jury war begeistert: "'Sonbol“, das ist ganz schlicht und gar nicht altmodisch – Aufklärung. Aufklärung, die nicht bevormundet und schon gar nicht agitiert. Sondern im besten Sinne solidarisch ist, Partei ergreift. Und die noch viel stärker wirkt, weil sie das Ringen ihrer Protagonistinnen bis in die intimsten Bereiche des Lebens mit einfängt. Selten ist ein Dokumentarfilm so 'nah dran', ohne dabei peinlich oder aufdringlich zu wirken."
 
Jochen Laube ist gerade erst 30. Wie macht er das alles in so kurzer Zeit, in so jungen Jahren? Welche Chancen hat man als Newcomer in Deutschland und welche kann man nutzen? Gibt es "allgemeingültige" Strategien, sollte man sich spezialisieren oder sind es besonders Nischen, die Bewegungen und Karrieren erlauben? Fragen, um die es u. a. im Praxisgespräch mit Jochen Laube gehen wird.