Alumna

Bahar Erdogan Tozar

Bahar Erdogan Tozar

"Veränderungen finden so lange statt, bis man sie nicht mehr wegdrängen oder „Unsichtbar“ machen kann. "

Interview

Wo arbeiten Sie heute und wie lautet Ihre dortige Positionsbezeichnung?

Ich war schon seit 03/2018 freiberuflich tätig. Nun gründe ich nach dem Studium mein eigenes Unternehmen.

Welche Aufgaben haben Sie dort?

Als Co-Founder bin ich für das Marketing zuständig und horche immer auf den Puls meiner Kunden. Neben der Marketingstrategie lege ich einen großen Fokus auf die Bereiche Ethical und Content Marketing.

Warum arbeiten Sie an dieser Stelle und was begeistert Sie?

Ich habe in meiner mehr als 10-jährigen beruflichen Laufbahn viele Stationen durchlaufen und viele Praktiken, unter anderem auch Marketingpraktiken, gesehen, die ich persönlich besser praktizieren möchte. Mein Unternehmen ist für mich eine Gelegenheit alles das besser zu machen, was ich stets nicht gemocht oder bemängelt habe.

Hatten Sie sich diese Art von Arbeit vor dem Studium vorgestellt?

Als Person tendiere ich dazu, immer wieder eine Führungsrolle zu übernehmen und habe auch solche Positionen vor meinem Weg in Entrepreneurship belegt.

Inwiefern haben die Hochschule, die Kooperationspartner der Hochschule bzw. das Personal der Hochschule Sie gut auf diese heutige Arbeit vorbereitet?

An der Macromedia hat mir stets gefallen, dass die Vorlesungen und das Spektrum der Themen sehr praktisch angelegt sind. Der Lerneffekt der Inhalte und theoretischen Modelle ist hierdurch um ein Vielfaches höher. Auch sehe ich, dass die Macromedia die Studentenschaft in den Mastergängen stärker auf das Unternehmertum vorbereiten möchte.

Wie war Ihr Kontakt zu Kommilitonen und was erhoffen Sie sich von diesen Kontakten in der Zukunft?

Ich habe aus meinem Studium tolle Freundschaften und eine besonders produktive Gruppendynamik mitgenommen. Bis heute bin ich mit diesen Supermenschen in Kontakt und wir haben unsere monatlichen Meet & Greets, da wir alle mittlerweile in verschiedenen Städten wohnen. Das Studium bringt definitiv viel mehr Spaß, wenn man mit Gleichgesinnten zusammenkommt.

Wenn sie an Ihr Studium denken, woran denken Sie besonders gern?

Da gibt es so einige positive Erinnerungen. Insbesondere denke ich gerne zurück an:

• Konstruktive Dialoge mit Professoren, mit denen ich bis heute Kontakt pflege und sie auch teilweise als meine Champions in professioneller Entwicklung sehe.
• Freundschaften
• Interessante Vorlesungen im kleinen Kreise
• Abwechslungsreiche Vorlesungen, Diskussionsrunden

Woran denken Sie bei „Veränderung und Wandel“ ganz allgemein?

Dieses Thema beschäftigt mich sehr in meiner Unternehmung, da wir im Bereich Inklusion für Unternehmer mit Migrationshintergrund unterwegs sind. Leider sah ich auch in meinem Masterstudiengang kaum Studenten mit Migrationshintergrund, was sehr schade ist. Da ist sehr viel ungenutztes Potential.

Wie wichtig schätzen Sie „Offenheit für Veränderung“ ein, um in der modernen, digital getriebenen Arbeitswelt heute und morgen zu bestehen?

Deutschland als Gesellschaft wird immer durch Offenheit für Veränderung vorankommen. Auch wenn dem nicht so ist, so hat die Pandemie gezeigt, dass es keinen Weg daran vorbei gibt. Wir sehen heute viel Marketing, um Migranten anzuwerben, da wir einen substanziellen Fachkräftemangel in Deutschland sehen.

Leider ist dies nicht ganz einfach. Denn es hat so seine Hürden nach Deutschland zu kommen. Man kann sich nicht mal eben selbstständig machen. Statistiken zeigen, Deutschland liegt auf Platz 106 laut World Bank und International Finance Corporation bzgl. einer Unternehmensgründung. Hier brauchen wir sehr viel Aufklärungsarbeit über die Funktionsweise des Systems, der Bürokratie und der Strukturen in Deutschland. Deshalb haben wir Migrapreneur gegründet. Wir wollen die negative mediale Berichtserstattung über Migranten herausfordern und gleichzeitig alle Unternehmer mit Migrationshintergrund unterstützen, in ihrem beruflichen Lebensweg erfolgreich zu sein. Mehr als 800,000 Unternehmer mit Migrationshintergrund schaffen über 1 Million Arbeitsplätze in Deutschland und führen New Work Methoden ein – das ist eine hohe Kennzahl.

Veränderungen finden so lange statt, bis man sie nicht mehr wegdrängen oder „Unsichtbar“ machen kann.

Haben Sie ein Ziel, wo Sie in 10 Jahren stehen möchten?

Wir arbeiten als Netzwerk und glauben, dass Communities Veränderungen herbeiführen können. In 10 Jahren haben wir hoffentlich fundamental dazu beigetragen, dass wir in Deutschland eine gesündere gesellschaftliche und wirtschaftliche Dynamik geschaffen haben, die für viele Länder ein Musterbeispiel darstellt.

Gibt es etwas, das Sie unseren Studienanfängern mit auf den Weg geben möchten?

Ich sehe die Neugier vieler Studenten schwinden. Fleiß ist ein großer Beitrag zum persönlichen und beruflichen Erfolg, aber wer nicht alle Themen anspricht und Fragen stellt, dann werden die Inhalte des Studiums nicht viel aufschlussreicher sein, als sie es vor dem Studium waren. Nutzt die Zeit, um eure Professoren zu challengen – sie wollen den Austausch hundertpro. Und wenn ihr dann fit für die Arbeitswelt seid, dann habt ihr bereits trainiert, wie ihr in Meetings und Projekten zu einem besseren Output beiträgt. 🙂