Alumna

Catharina Brinckmann

Catharina Brinckmann

Die Macromedia ist rückblickend für mich ein Ort, an dem Theorie auf Praxis sinnvoll miteinander verknüpft werden. Die Dozent*innen und Professor*innen kamen größtenteils aus der Wirtschaft und konnten den Lernstoff mit ganz aktuellen Beispielen aus ihrem Arbeitsalltag anschaulich vermitteln.

Interview

Wo arbeiten Sie heute und wie lautet Ihre dortige Positionsbezeichnung?

Ich arbeite beim Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises in Rostock und bin dort in der Marketingabteilung als Manager im Brand Marketing für Brand Concepts und Cooperations tätig.

Welche Aufgaben haben Sie dort?

Ich habe zwei Schwerpunkte: Ich entwickle einerseits Konzepte für die Kommunikation bestimmter Marken-Themen. Das heißt, ich übersetze z. B. strategische Entscheidungen in eine greifbare Kommunikation: Was ist die Leitidee, was sind unsere Botschaften? Mit Hilfe welcher Maßnahmen wollen wir Botschaften in die Welt tragen? Das ist im Endergebnis natürlich Teamwork, mit vielen weiteren Experten für die jeweiligen Kommunikationskanäle und der Kreation. Ich liebe an der Konzeption das strukturierte Vorgehen, wenn die „Puzzleteile“ sich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammenfügen.

Zum anderen arbeite ich für das Thema Markenkooperationen viel mit anderen Firmen zusammen. Um zu verstehen, ob zwei Marken wirklich zusammenpassen, einen gegenseitigen Mehrwert haben und diesen eben auch dem Kunden weitergeben zu können, müssen wir tief ins Detail eintauchen. Am Ende eine gelungene gemeinsame Aktion auf die Beine gestellt zu haben, an denen besonders der Kunde Freude hatte, ist wirklich ein tolles Gefühl.

Hatten Sie sich diese Art von Arbeit vor dem Studium vorgestellt?

Ich wusste zumindest sehr schnell, dass mein Schwerpunkt die Kommunikation sein würde. Bereits während des Studiums habe ich in einer PR-Agentur angefangen, bei Edelman in Hamburg für Consumer Marketing. Ich hätte mir keinen besseren Start in die Branche wünschen können. Ich habe dort mein Handwerk in unterschiedlichsten Projekten anwenden und natürlich noch einmal stark vertiefen können. Weiter ging es dann mit dem Schwerpunkt Interne Kommunikation, als ich mich für einen Wechsel auf Unternehmensseite entschieden habe. Hier habe ich noch einmal einen ganz anderen Aspekt von Unternehmenskommunikation kennen- und schätzen gelernt. Jetzt, im Marketing, bin ich ganz nah an der Marke dran, an dem, was sie verkörpert und wie sie nach außen und innen wirkt. Ich bin sehr dankbar für diese vielseitigen Erfahrungen.

Wenn Sie an Ihr Studium zurückdenken, woran denken Sie besonders gerne?

Praxisprojekte haben wir mit realen Firmen aus Hamburg umgesetzt und somit echte Lösungsansätze für kommunikative Herausforderungen entwickelt. Das war ein echter Ansporn, exzellente Arbeit abzuliefern. Schließlich konnte daraus auch immer ein Job entstehen.

Und natürlich sind auch tolle Kontakte und Freundschaften aus der Studienzeit entstanden. Wie es nun mal so ist, bleibt man nach Studium nicht mit allen in Kontakt. Das kann man sich während dieser intensiven Zeit natürlich gar nicht vorstellen, aber so ist das Leben. Es warten danach neue, spannende Herausforderungen und dennoch ist es wie bei einem Klassentreffen: Man hat sich Jahre oder Jahrzehnte nicht gesehen und teilt doch ganz besondere Erinnerungen miteinander und hat den Eindruck, als sei es erst gestern gewesen. Das ist das Schöne an so kleinen Studiengruppen – jeder kannte zum Schluss jeden.

Woran denken Sie bei „Veränderung und Wandel“ ganz allgemein?

„Die einzige Konstante ist die Veränderung“, damit liegt der Philosoph Heraklit auch nach 2000 Jahren noch richtig. Wenn wir uns unser Leben mal genau anschauen, dann verändert sich doch ständig alles: wir werden mit jedem Tag älter, unser Gehirn nimmt jeden Tag neue Informationen auf und beeinflusst so unser Denken und Handeln, unser Körper verändert sich mit jeder Lebensphase oder neuen Situation, wir lernen ständig neue Menschen kennen und verlieren andere… Das mag übertrieben philosophisch klingen, aber ich finde es so deutlich leichter, mit dieser konstanten Veränderung (und damit einhergehend ja auch Unruhe) im Leben umzugehen.

Wie wichtig schätzen Sie „Offenheit für Veränderung“ ein, um in der modernen, digital getriebenen Arbeitswelt heute und morgen zu bestehen?

Wie gesagt, Offenheit für Veränderung ist meiner Meinung nach grundsätzlich wichtig. Das ist aber auch ein weites Feld… wo fängt sie an, wo hört sie auf? Ich glaube, viel wichtiger ist noch zu lernen, sich eine Meinung zu den Veränderungen zu bilden. Es ist weder ratsam, blind zu folgen, noch sich von vornherein zu verschließen. Es ist wichtig, dass jeder einzelne von uns die Veränderungen mitgestaltet und das können wir nur, wenn wir eine Haltung dazu haben. Ich weiß, das ist leicht gesagt, aber besonders herausfordernd, wenn wir persönlich betroffen sind.

In meinem Masterstudium „Business Coaching und Change Management“ durfte ich tief in diese Themen reinschauen und kann sagen, dass Theorie und Praxis oft meilenweit auseinander liegen. Daher habe ich die Haltung entwickelt, dass die Veränderung immer bei mir selbst anfängt und ich mir Zeit und Raum dafür nehmen muss, meine Einstellung dazu zu reflektieren. Nur wenn ich meinen Standpunkt – und damit verbunden oftmals auch „offene Wunden“ oder unangenehme Wahrheiten – kenne und auflöse, kann ich die Veränderung im positiven Sinne mitgestalten.

Haben Sie ein Ziel, wo Sie in 10 Jahren stehen möchten?

Mein Motto ist: lebenslanges Lernen. Auch oder gerade als Erwachsene mit Mitte 30, als Mama von zwei Kindern, voll im Berufsleben stehend… ist der Weg des Wachsens nicht plötzlich vorbei. Oft bringen gerade diese Erfahrungen den Stein überhaupt erst ins Rollen, sich selbst richtig kennenlernen zu dürfen. Das ist immer wieder aufregend! Wie gesagt, die Kommunikation ist mein Zuhause. Neben PR und Marketing habe ich eine Leidenschaft für die zwischenmenschliche Kommunikation, also: wie wir miteinander, übereinander, aneinander vorbei und auch mit uns selbst reden. Wo ich damit in 10 Jahren stehe, weiß ich heute noch nicht. Dafür dreht sich die Welt zu schnell. Für mich ist mittlerweile eher der Weg das Ziel und ich gehe den Weg konsequent weiter.

Gibt es etwas, das Sie unseren Studienanfängern mit auf den Weg geben möchten?

Seid offen: für die neuen Menschen in eurem Leben und in diesem besonderen Lebensabschnitt; für Fächer, die auf den ersten Blick unsexy erscheinen, euch auf den zweiten aber ungeahnte Türen öffnen. Nehmt das Studium ernst, aber versteift euch nicht auf vorgefertigte Pläne, die schon lange in der Schublade schlummern. Habt Spaß am Lernen und lasst die Dinge auf euch zukommen. Seid mutig, euren eigenen Weg zu gehen, auch, wenn er für manche erstmal keinen Sinn ergibt.