Alumnus

Gabriel Goller

Gabriel Goller

"Sammelt so viel Erfahrung wie möglich, am besten im praktischen Bereich. Sucht euch einen Praktikumsplatz, der zu euch passt, auch wenn das ein bisschen abseits der Norm sein sollte. Das Umfeld der Hochschule ist ein idealer Platz, Kontakte für das spätere Berufsleben zu knüpfen."

Interview

Wo arbeiten Sie heute und wie lautet Ihre dortige Positionsbezeichnung?

Die meiste Zeit verbringe ich in meinem Atelier in Freiburg. Dort arbeite ich hauptsächlich an Malerei aber auch mit Fotografie und Druckgrafik. Neben der freien künstlerischen Arbeit, bin ich Mitglied im Künstlerhaus L6 und verfüge dort über einen weiteren Arbeitsplatz. Hier biete ich Interessenten einen Einblick in verschiedenste Drucktechniken!

Welche Aufgaben haben Sie dort?

Momentan arbeite ich an multimedialen Bilder. Durch collagieren verbinde ich so Malerei mit Fotografie in einem Werk. Die so entstandenen Bilder sind eine Mischung aus dem klassischen Umgang mit Farbe und Drucktechnik. Ein großes persönliches Anliegen ist es auch die Bildende Kunst mehr in den Bereich der Mode zu integrieren.

Warum arbeiten Sie an dieser Stelle und was begeistert Sie dort?

In meinem Atelier habe ich die Möglichkeit alles auszuprobieren was mich interessiert. Es ist für mich der best mögliche Raum eine Idee bis zur Vollendung anzugehen. Ich fange mit kleinen Skizzen an, entwickele sie weiter, verwerfe manche Dinge wieder bis sich ein für mich befriedigendes Resultat abzeichnet. Am schönsten ist es natürlich, dass ich mir meine eigenen Aufgaben und Ziele aussuchen kann um diese dann in Ruhe umsetzen zu können.

Hatten Sie sich diese Art von Arbeit vor dem Studium vorgestellt?

Schon vor dem Studium war absehbar, dass ich mich selbstständig machen werde. Tuen zu können was man liebt und davon zu leben ist ja für die meisten Menschen der Traum. Die Studienzeit hat mir insofern geholfen, dass ich gelernt habe meine Leidenschaft für das visuelle Gestalten mehr als Bildender Künstler und nicht als Grafik Designer auszuleben.
Ich habe während des Studiums aber auch Dinge erlebt, von denen ich genau wusste, dass ich sie nicht haben will. Mir ist schnell klar geworden, dass mich eine Arbeit in einer Werbeagentur langweilen wird. Auch das ist Teil meiner Motivation zu tuen, was ich heute tue.

Inwiefern haben die Hochschule, die Kooperationspartner der Hochschule bzw. das Personal der Hochschule Sie gut auf diese heutige Arbeit vorbereitet?

Durch die international vernetzten Strukturen der Hochschule und tatkräftige Unterstützung meiner Professoren erhielt ich schon recht früh Einblicke in die Arbeitsweisen freischaffender Künstler. Aus heutiger Sicht war das natürlich Gold wert.
Viel mehr als der theoretische Teil des Studiums waren es bei mir immer die Praxisbezogenen Unternehmungen und Aufgaben an denen ich wachsen konnte.

Bei welchem Unternehmen oder welcher Organisation haben Sie Ihr Praxissemester verbracht und wie bewerten Sie Ihre dort gemachten Erfahrungen?

Mein Praxissemester splittete sich auf in zwei Teile. Die ersten 3 Monate arbeitete ich für die in Berlin ansässige Oberon Film Gmbh. Meine Arbeit bestand darin Das Set Design für einen Kinofilm zu gestalten. Diese Arbeit wurde mit der Zeit etwas eintönig, da ich selber kaum Spielraum für die Umsetzung eigener Ideen bekam.
Anschließend verbrachte ich 2 Monate in Detroit. Dort entwickelte ich in einer Werkstatt neue Verfahren für den Druck von Fotografie. Diese Zeit war wahnsinnig lehrreich und hat mein weiteres Schaffen stark geprägt.

Wie war Ihr Kontakt zu Kommilitonen und was erhoffen Sie sich von diesen Kontakten in der Zukunft?

Durch das fast schon familiäre Umfeld am Campus Freiburg sind natürlich enge Freundschaften mit einigen Kommilitonen gewachsen. Aktuell gibt es immer wieder Ideen an denen ich mit Freunden aus dem Studium zusammen arbeite. Gerade bei Projekten die in Richtung Fotografie und Film gehen, wende ich mich immer wieder an ehemalige Kommilitonen.

Wenn Sie an Ihr Studium zurückdenken, woran denken Sie besonders gerne?

Am liebsten erinnere ich mich an die Studienreisen unseres Semesters zurück. Unser Aufenthalt in Paris ist eins meiner persönlichen Highlights.

Woran denken Sie bei „Veränderung und Wandel“ ganz allgemein?

An ein positives Gefühl. An persönliches Wachstum und Weiterentwicklung.

Wie wichtig schätzen Sie „Offenheit für Veränderung“ ein, um in der modernen, digital getriebenen Arbeitswelt heute und morgen zu bestehen?

Da eine immer weiter wachsende Digitalisierung das Arbeitsgeschehen vieler Menschen zunehmend beeinflusst und zu bestimmen beginnt, ist es essentiell, möglichst flexibel auf neue Situationen zu reagieren. Im Wesentlichen gilt es aber zu verstehen, dem Trend ins Digitale nicht blind zu folgen und auch eventuelle Nachteile zu berücksichtigen.

Haben Sie ein Ziel, wo Sie in 10 Jahren stehen möchten?

Das kann ich nicht genau sagen. Es wird weiterhin wichtig seien immer neue Dinge dazuzulernen. Ich will meine Zusammenarbeit mit Galerien und Sammlern weiter ausbauen. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, Projekte im Bereich Film und Mode anzugehen.