Alumnus

Paul Burba

Paul Burba

"Man sollte sich nie vor Veränderung sträuben und Angst davor haben. Aber kritisches Hinterfragen sollte auch immer erlaubt sein: „Ist das eine Veränderung, die zu mir passt, die ich gehen möchte, die notwendig ist?“"

Interview

Wo arbeiten Sie heute und wie lautet Ihre dortige Positionsbezeichnung?

Aktuell arbeite ich beim WDR in Köln als Digital-Redakteur.

Warum arbeiten Sie an dieser Stelle und was begeistert Sie?

Im Studium hat man schnell gemerkt, dass jeder seine Stärken und Vorlieben hatte. Der eine hat gut geschrieben (ist zur Zeitung), die andere war super vor der Kamera (ist zum Fernsehen) und der nächste war der geborene Kommentator. Ich hatte immer an allem Spaß und konnte alles ein bisschen. Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass mir das Geschichtenerzählen hinter einer Kamera großen Spaß macht. Dieses Talent habe ich weiter verfolgt, ausgebaut und spezialisiert. So bin ich schnell im Digitalen gelandet und liebe die vielen verschiedenen Möglichkeiten, Formate und Ausspielwege, die sich hier für Geschichten anbieten.

Hatten Sie sich diese Art von Arbeit vor dem Studium vorgestellt?

Nein. Wenn ich ehrlich bin, habe ich am ersten Tag beim Kennenlernen glaube ich so etwas gesagt wie: „Hallo ich bin Paul und ich möchte mal das Sportstudio moderieren.“ Davon habe ich mich schnell verabschiedet. Auch das war eine Chance im Studium: Beim Training vor der Kamera habe ich schnell gemerkt, dass ich mich in dieser Position nicht wohl fühle. Ohne diese Erfahrung, wäre ich womöglich noch lange einem „Traum“ hinterhergelaufen, der gar nicht mein Ziel war.

Inwiefern haben die Hochschule, die Kooperationspartner der Hochschule bzw. das Personal der Hochschule Sie gut auf diese heutige Arbeit vorbereitet?

Ich glaube, es gibt immer Dinge, auf die man gar nicht vorbereitet werden kann. Das sind häufig auch Soft Skills für den Arbeitsalltag. Aber fachlich, hätte ich mir keine bessere Vorbereitung wünschen können. Allem voran sollte hier Prof. Dr. Thomas Horky genannt werden, der sich stets um die Qualität des Studiengangs bemüht hat und uns immer alles ermöglicht hat. Vielen Dank!

Bei welchem Unternehmen oder welcher Organisation haben Sie Ihr Praxissemester verbracht und wie bewerten Sie Ihre dort gemachten Erfahrungen?

Mein Praxis-Semester habe ich im Sport-Ressort beim Hamburger Abendblatt gemacht. Der erste eigene, gedruckte Artikel, die erste Überschrift, ein Kommentar, ein Aufmacher…ich könnte die Liste noch viel weiter führen. Obwohl unser Studiengang sehr praktisch ausgelegt war, ist der Studienalltag natürlich nicht zu vergleichen mit der praktischen Arbeit in einer Redaktion. Im Praxissemester habe ich wirklich jeden Tag noch einmal das zehnfache gelernt und das schöne ist: Man wird direkt mit sichtbaren Ergebnissen (siehe Aufzählung oben) belohnt.

Wie bewerten Sie rückblickend das Semester an der ausländischen Partnerhochschule? Welche Impulse konnten Sie mitnehmen?

Das Auslandssemester in Mexiko war in aller erster Linie menschlich, kulturell und sprachlich eine unglaublich große Bereicherung, die ich nicht missen möchte. Zu sehen, wie eine Fachrichtung (in meinem Fall Sportjournalismus) in einem anderen Land ganz anders aufgefasst wird, war auch spannend zu erleben. Ich würde jeder Studentin und jedem Studenten sofort raten ein Auslandssemster zu machen – am besten so weit weg und so unbekannt wie möglich.

Wie war Ihr Kontakt zu Kommilitonen und was erhoffen Sie sich von diesen Kontakten in der Zukunft?

Unter den Sportjournalisten war es tatsächlich immer sehr freundschaftlich und kollegial. Obwohl wir viele Talente und zielstrebige Kolleg:innen hatten, haben wir uns immer den gegenseitigen Erfolg gegönnt und uns schon damals mit dem Netzwerk geholfen. Heute freue ich mich einfach, wenn ich alte Freunde bei Liveschalten im Fernsehen sehe oder lange Aufmacher-Artikel von ihnen lese.

Wenn Sie an Ihr Studium zurück denken, woran denken Sie besonders gerne?

Absolutes Highlight war das Auslandssemester in Monterrey, Mexiko. Aber auch im Studienalltag mit Kommiliton:innen, Dozent:innen und Professor:innen war immer auch die nötige Portion Spaß und viel praktische Erfahrung dabei.
Man neigt ja dazu, stressige Phasen, Prüfungen, Abgaben usw. im Nachhinein zu verdrängen. Aber ich habe diese Phasen tatsächlich immer auch genossen, weil die Kohorte dann immer noch enger zusammengerückt und –gewachsen ist. Lange Abende (teilweise sogar Nächte) gehören einfach dazu.

Woran denken Sie bei "Veränderung und Wandel" ganz allgemein?

Ehrlicher Weise nicht an meinen Job, sondern viel mehr an unsere Gesellschaft und insbesondere das Klima. Und der Wandel von beidem wird im Endeffekt auf lange Sicht großen Einfluss auf die Medienwelt nehmen.

Wie wichtig schätzen Sie „Offenheit für Veränderung“ ein, um in der modernen, digital getriebenen Arbeitswelt heute und morgen zu bestehen?

Man sollte sich nie vor Veränderung sträuben und Angst davor haben. Aber kritisches Hinterfragen sollte auch immer erlaubt sein: „Ist das eine Veränderung, die zu mir passt, die ich gehen möchte, die notwendig ist?“

Haben Sie ein Ziel, wo Sie in 10 Jahren stehen möchten?

Ich möchte spannende, emotionale und gesellschaftlich relevante Geschichten digital umsetzen und erzählen. In 10 Jahren möchte ich so viel Know-How, Erfahrung, Expertise und Netzwerk haben, dass ich diesen Job von überall auf der Welt ausführen könnte.

Gibt es etwas, das Sie unseren Studienanfängern mit auf den Weg geben möchten?

Ergreift eure Chancen, nehmt sie wahr und habt keine Angst vor Fehlern! Immer erstmal „Ja“ sagen und versuchen.