Sind Bedroom Producer die Zukunft der Musikindustrie?

Afrikanerin mit Rastafrisur und Kopfhörer vor Graffitywand

Bedroom Producer zu sein, klingt für viele wie ein Traum: Einfach zu Hause in den eigenen vier Wänden an neuen Songs zu tüfteln und sie dann direkt online zu stellen, kann im digitalen Zeitalter der Schlüssel zum Erfolg sein.

Aber können Bedroom Producer wirklich dauerhaft in der Musikindustrie Fuß fassen und geht der Trend immer mehr zur heimischen Musikproduktion?

Was versteht man unter einem Bedroom Producer?

Als Bedroom Producer werden Musiker /innen und Musikproduzent /innen bezeichnet, die ihre Musik zu Hause im eigenen, oft improvisierten Studio aufnehmen. Das muss nicht immer – wie der Name vermuten lässt – das Schlafzimmer sein. Viele haben sogar einen extra Raum im Keller oder auf dem Dachboden eingerichtet. Der Sound ist vielleicht nicht immer astrein, doch genau das scheint einen Großteil des Erfolgs auszumachen. Die Musik klingt echter und unvermittelter und findet viele Fans. Denn der fertige Song wird meist auf YouTube, Soundcloud, Spotify oder über Soziale Netzwerke hochgeladen und schnell verbreitet.

In den 1990er Jahren beschränkte sich das Bedroom Producing noch auf Electronic Dance Music, später auch HipHop-Tracks, die mit Musikprogrammen auf dem Laptop erzeugt wurden. Die fortschreitende Technik in der Digital Music Production ermöglicht es jedoch längst, Instrumente einzuspielen und professionell abzumischen. Sogar Kompositionen für ein ganzes Orchester können zu Hause aufgenommen werden. So entsteht Musik aus allen Genres praktisch und bequem ohne großen Aufwand. Der Kreativität sind keine Grenzen mehr gesetzt. Fällt dir gerade eine Melodie ein, setzt du dich einfach an den Laptop und komponierst, nimmst auf, mischst ab und veröffentlichst.

Bedroom Producer bedeutet jedoch nicht automatisch, dass hier nur Amateure am Werk sind. Auch namhafte Musiker /innen verlagern ihren Arbeitsplatz zunehmend nach Hause und richten sich ihr eigenes Studio ein. Die moderne Technik macht es mit einfachen Mitteln möglich, jederzeit und überall einen Song einzuspielen und direkt im Anschluss im Internet zu veröffentlichen – ein Trend, der die Musikindustrie nachhaltig beeinflussen wird. Denn er hat viele Vorteile:

  • Bedroom Producing spart Zeit und Produktionskosten.
  • Die Musiker/innen bekommen direktes Feedback.
  • Sie bestimmen selbst, wann und wie ein Song veröffentlich wird.
  • Sie bestimmen auch selbst, wie der Song klingen soll.

Was brauche ich als Bedroom Producer?

Als Bedroom Producer brauchst du kein teures Equipment, um deine Lieder aufzunehmen. Natürlich macht sich die Investition in hochwertige Technologie durch einen besseren Sound bezahlt, doch für den Einstieg reichen ein paar günstige Basics völlig aus:

Computer / Laptop

Kopfhörer

Eine Digital Audio Workstation (DAW) Software

Eventuell ein Mikrofon

Eine stabile Internetverbindung ist ebenfalls Grundlage. Zum einen veröffentlichst du hier deine Kompositionen, zum anderen findest du zahlreiche Tutorials und Tipps, die dir beim Produzieren helfen. Auch die Community und der Kontakt zu anderen Bedroom Producern und Musikjournalist /innen bringen dich in deinem Schaffen voran.

Je professioneller du deine Musikkarriere gestaltest, umso mehr kannst du technisch aufrüsten. Dank Internet und preiswerter Hardware steht inzwischen allen Künstler/innen die Möglichkeit offen, gehört und supportet zu werden.

Wie beeinflussen Bedroom Producer die Musikindustrie?

Fest steht: Seit es das Internet gibt und jede/r eigene Audioaufnahmen und Videos hochladen und verbreiten kann, wurde schon mancher Bedroom Producer weltweit berühmt. Ein Beispiel ist Billie Eilish, die im Alter von 17 Jahren aus dem Nichts auf Platz 1 der Charts schoss. Ihr Bruder Finneas startete als Bedroom Producer und verhalf seiner Schwester dadurch zur Mega-Karriere. Andere Superstars engagieren Bedroom Producer, weil sie genau den Sound kreieren, den sie sich vorstellen. Manche Bedroom Producer schließen also einen lukrativen Plattenvertrag ab, andere lieben die Unabhängigkeit und machen genau so weiter wie bisher und veröffentlichen ihre Songs nur für ihre Fanbase.

Für die Musikindustrie und das Musikmanagement bedeutet das ein großes Umdenken. Denn je mehr Musiker/innen auf die Eigenproduktion setzen, umso überflüssiger werden Plattenverträge und Studioproduktionen. Plattenfirmen können sich seltener damit rühmen, ein neues Talent quasi auf der Straße entdeckt zu haben.

Denn die Internet-Community wird sagen: Kennen wir schon lange. Ambitionierte Bedroom Producer rühren nämlich selbst die Werbetrommel und positionieren sich öffentlichkeitswirksam auf Social Media.

Gleichzeitig profitiert das Musikbusiness von einer Vielzahl an neuen Talenten, die ohne ihr Heimstudio niemals eine Chance bekommen hätten, von der großen Masse gehört zu werden. Bedroom Producer lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Was den Leuten gefällt, findet Zuspruch. Was nicht gefällt, wird eben nicht gehört. Dadurch wird die gesamte Musikkultur bunter und vielfältiger – auch wenn nicht immer das große Geschäft dahintersteckt.

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