So verändert die Modulbauweise das Bauwesen

Früher dauerte es manchmal Jahre, bis ein neugebautes Haus bezugsfertig war. Durch die Modulbauweise werden heute innerhalb weniger Wochen ganze Wohnblöcke errichtet. Sie ist eine praktische und vor allem bezahlbare Lösung dort, wo innerhalb kurzer Zeit neuer Wohnraum geschaffen werden soll.

Das Bauen nach dem Baukastenprinzip erfährt besonders in Großstädten und Ballungszentren einen Boom und wird das Bauwesen auch in Zukunft prägen. Ein guter Grund, um sich mit dem Thema einmal genauer zu befassen.

Was versteht man unter Modulbauweise?

Unter Modulbauweise versteht man den Hausbau mit einzelnen vorgefertigten Modulen, die wie ein Baukastensystem auf- und aneinandergesetzt werden. So entstehen innerhalb kurzer Zeit ganze Gebäudetrakte wie Wohnblöcke, Hotels, Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser oder Bürokomplexe. Viele kennen die vorübergehenden Container, die oft als Übergangslösung während Bauarbeiten an öffentlichen Gebäuden aufgestellt werden. Doch die Modulbauweise hat sich inzwischen weiterentwickelt und als dauerhafte Wohnlösung etabliert.

Vorstellen kann man sich das wie früher beim Spielen mit dem Baukasten: Böden, Wände, Decken, Fassaden und Balkone sind seriell gefertigte Bauteile, die zusammengefügt werden.

Dadurch entstehen einzelne Raummodule, die anschließend ein Einfamilienhaus ergeben. Es gibt jedoch auch ganze vorgefertigte Wohnungsmodule inklusive Bad und Küche, die beispielsweise für Studentenwohnheime oder Hotels verwendet werden.

In den vergangenen Jahren hat sich architektonisch viel getan: Wurden früher meist Container zusammengefügt, die wenig Raum für Kreativität ließen, gibt es heutzutage unterschiedliche Grundrisse und Formen jenseits des Quaders. Derzeit im Kommen sind beispielsweise Wabenbauten, die an Bienenstöcke erinnern.

Welche Vorteile hat die Modulbauweise?

Wohnraum ist rar, die Nachfrage steigt stetig – da ist die Modulbauweise eine willkommene Alternative zum herkömmlichen Wohnungsbau. Denn die vorgefertigten Bauteile bringen eine ganze Reihe an Vorteilen mit sich:

Zeitersparnis

Ein großer Vorteil ist natürlich der Zeitfaktor. Während sich das Zeitmanagement für den Hausbau auf herkömmliche Weise über Monate oder sogar Jahre streckt, sind die Module bereits vorgefertigt und müssen nur noch an Ort und Stelle gebracht und an Leitungen und Rohre angeschlossen werden.

Keine Bauverzögerung

Witterungsunabhängig

Die Witterung spielt beim Modulbau keine Rolle.

Ob Regen oder Schnee – auch im Winter geht der Bau schnell voran, da die Teile für die Montage ja bereits fertig gebaut angeliefert werden.

Einfache Montage

Die Bauweise ist recht einfach und weniger komplex als ein Haus von Grund auf hochzuziehen. Die vorproduzierten Module werden zur Baustelle geliefert und dort nur noch montiert und angeschlossen.

Fundament

Günstigere Kosten

Durch die Vorproduktion der Bauteile lassen sich die Kosten vorab exakt kalkulieren. Da die Elemente meist seriell in großen Stückzahlen hergestellt werden, bleibt der Preis überschaubar. Auch zusätzliche Kosten durch Baumängel entfallen.

Umweltfreundlich

Durch die Modulbauweise wird Energie eingespart, es entsteht weniger Abfall und die Erreichung von CO2-Neutralität wird erleichtert. Außerdem wird bei der Konzipierung darauf geachtet, die Module möglichst energieeffizient zu gestalten.

Erweiterbar

An den Gebäudekomplex können bei Bedarf weitere Module angeschlossen werden – sofern Grundstück und Baugenehmigung es zulassen. Eine Etage aufstocken oder ein Anbau sind rein baulich kein Problem.

Flexibel

So ziemlich jedes Gebäude kann in Modulbauweise gefertigt werden. Ob Schule oder Hochhaus – heutzutage lässt sich alles schnell und einfach umsetzen. Vor allem können die einzelnen Bauteile wieder demontiert oder durch neue ersetzt werden.

Welche Nachteile gibt es?

Aufgrund der heutigen Anforderungen an das Bauwesen kann die Modulbauweise natürlich sehr durch ihre Vorteile punkten. Dennoch hat die innovative Baukultur der vorgefertigten Elemente auch ihre Nachteile:

Mangel an Individualität

Durch die Modulbauweise geht die Individualität verloren. Die Module geben vor, wie der fertige Bau aussehen wird. Für Sonderwünsche bleibt hier schon allein aus Kostengründen wenig Freiraum. Stattdessen kann Individualität durch einen kreativen Einrichtungsstil verliehen werden. Im Bachelor Interior Design wirst du zum /zur Expert /in für modernes, räumliches Design.

Begrenzter Platz

Mit der Modulbauweise rückt das Tiny-Living zunehmend in den Vordergrund. Das Wohnen auf begrenztem Raum kann auf Dauer ganz schön einschränkend sein.

Millimetergenaue Arbeit

Transport

Wie kommt das fertige Modul von der Produktion zur Baustelle? Je größer die Bauteile, umso komplizierter gestaltet sich der Transport.

Genehmigungen

Einschränkungen beim Bau

Wegen der Statik sind der Modulbauweise nach oben hin Grenzen gesetzt. Derzeit gelten sechs Stockwerke als das Maximum, um die Tragfähigkeit zu garantieren.

Eignung für den Transport

Wird die Modulbauweise zum neuen Standard?

Derzeit ist die Modulbauweise noch eher die Ausnahme. Doch gerade in Großstädten und Ballungsräumen wird sie das Bauwesen und die Immobilienwirtschaft auch in Zukunft mitbestimmen. Aktuell gibt es wohl keine vergleichbare Methode, um so schnell und kostengünstig neuen Wohnraum zu schaffen. Bauland wird immer weniger und die Grundstücke wollen optimal genutzt werden. Wenn sich dann innerhalb kurzer Zeit ein ganzer Komplex mit kalkulierbaren Kosten errichten lässt, kommt das vielen Bauherren sehr gelegen.

Inzwischen sind die Module hochwertig verarbeitet, nach aktuellen Standards ausgestattet und sogar architektonisch innovativ umgesetzt. Modulbauweise heißt also nicht unbedingt kostengünstiger Einheitsbrei, sondern kann durchaus individuell gestaltet sein. Zusätzlich ermöglicht die softwarebasierte Methode des Building Information Modeling weitere Einsparungen von Kosten und Zeit.

Modulare vs. serielle Bauweise – was ist der Unterschied?

Oft werden die Begriffe modulare und serielle Bauweise synonym verwendet. Doch es gibt Unterschiede, wie eine Studie des Magazins BaustoffMarkt in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut abh Market Research aufzeigt. Während die einzelnen Module meist seriell gefertigt werden, beschränkt sich eine serielle Bauweise längst nicht nur auf den Bau mit Modulen. Denn als seriell werden lediglich weitgehend standardisierte Gebäude mit Typengenehmigung definiert.

Das heißt, auch ein Haus, das nach herkömmlicher Bauweise entsteht, indem die Mauern Stein auf Stein hochgezogen werden, kann ein serieller Bau sein. Voraussetzung ist, dass der Gebäudetyp einmal entworfen wurde und an verschiedenen Orten nach diesem Vorbild seriell nachgebaut wird. Auch ein modularer Bau kann durch individuell gefertigte Einzelteile als Unikat entstehen und wäre in dem Fall nicht in Serie gebaut.

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