Staatliche oder private Hochschule?

Privatunis im Trend

Das Studium an einer staatlichen Hochschule oder Universität gilt in Deutschland immer noch als der Normalfall. Ein Grund dafür ist, dass Deutschland traditionell über ein flächendeckendes Netz an akademischen Bildungseinrichtungen verfügt, die qualitativ solide Studiengänge anbieten. An welcher Uni oder Fachhochschule man studiert, spielte in der Vergangenheit keine große Rolle.

Im Ausland ist das anders. In den USA z. B. stehen den 1.626 staatlichen Hochschulen gemäß Wikipedia 2.672 private gegenüber. Der Name der Hochschule steht im angelsächsischen Raum für die Qualität des Studiums und mit seiner Uni bleibt man oft ein Leben lang verbunden.

In Frankreich gilt das Studium an einer der wenigen Grandes Écoles als Garant für eine Karriere in Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik.

Auch in Deutschland liegen Privatunis im Trend. Der Anteil steigt konstant an – seit 2010 hat sich die Zahl der Studierenden an einer privaten Hochschule nahezu verdreifacht. Wie auf Statista.de zu sehen ist, waren es im Wintersemester 2019/20 ca. 270.000.

Aber warum studieren immer mehr Schulabsolventen an einer Privatuni? Um diese Frage geht es auf dieser Seite.

Unterschiede zwischen dem Studium an einer staatlichen und einer privaten Hochschule

Hier siehst Du auf einen Blick die acht wichtigsten Punkte, in denen sich private Hochschulen von staatlichen unterscheiden.

Selbstverständnis

Im Gegensatz zu staatlichen Hochschulen haben Privatunis als Unternehmen eine andere Struktur, die den Studierenden eine Reihe von Vorteilen bietet. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden leistungsorientiert eingesetzt und bezahlt. Die Studierenden werden als Kunden aufgefasst, es wird generell ein bestmöglicher Service angestrebt. Die Grundhaltung, jede/n optimal und individuell auf die Berufslaufbahn vorzubereiten, wird besonders von den Professor/innen und Dozent/innen aktiv gelebt.

Überregional

Die Identität einer staatlichen Uni oder Hochschulen ist stark mit der Stadt verbunden, in der sie sich befindet. Große private Hochschulen wie Macromedia verstehen sich oft als nationale Bildungseinrichtung mit Campus-Standorten überall in Deutschland.

Studienfächer

Durch flexiblere Strukturen und die Nähe zu den Märkten und Technologien erkennen private Hochschulen oft schnell, für welche Experten es in Wirtschaft und Gesellschaft Bedarf gibt. So bieten Privatunis z. B. Studiengänge zu Digitalen Technologien, Sozialen Medien oder Ökologie und Klima an. Auch bei begehrten Studienfächern, bei denen die staatlichen Kapazitäten sehr begrenzt sind, sind Privatunis eine Alternative (z. B. Filmregie, Modedesign oder Schauspiel)

Didaktik

Privatunis sind in der Regel kleiner als staatliche Einrichtungen. Dadurch sind Sie meist schneller und flexibler bei der Entwicklung neuer Studiengänge oder der inhaltlichen Aktualisierung der Lehrmodule.  Auch kleinere Lerngruppen sind an einer Privatuni die Regel. Dadurch ist der persönliche Kontakt zu den Professor/innen möglich. Statt Frontalunterricht bzw. Vorlesung wird der Fokus didaktisch stärker auf kleine Lern- und Projektgruppen, Seminare und Übungen gelegt.

Digitalisierung

Die Nutzung interaktiver, digitaler Lernmedien ist typisch für private Hochschulen. Dadurch konnten viele Privatunis ihre Lehrelemente in 2020 schnell durch digitale Formate ersetzen und waren so besser auf die Corona-Pandemie vorbereitet als große staatliche Universitäten. Generell wird an privaten Hochschulen mit aktueller professioneller IT, Studio- und Aufnahmetechnik gelehrt und geforscht.

Auslandssemester

An privaten Hochschulen wie der Macromedia haben Bachelorstudierende die Chance eines Auslandssemesters. Das International Office organisiert den Aufenthalt an einer der Partnerhochschulen weltweit, ob Spanien, Australien oder Südkorea.

Netzwerk

Jede/r Studierende an einer Privatuni ist Teil eines Netzwerks, das aktiv gepflegt wird. Dieses umfasst Alumni, Unternehmen aller Branchen sowie öffentliche Einrichtungen und NGOs. Das Netzwerk hat maßgeblichen Anteil am Erfolg des Praxissemesters, des Berufseinstieg und des weiteren Berufswegs. Oft engagieren sich Vertreter aus dem Netzwerk auch als Dozenten oder Professoren

Studiengebühren

Als Wirtschaftsunternehmen, die staatlich nicht finanziell unterstützt werden, müssen private Unis Studiengebühren erheben, haben aber den Anspruch, die Studierenden besser auf die berufliche Laufbahn vorzubereiten. Das wird u. a. daran gemessen, dass sie früher gutbezahlte Jobs erhalten und sich dann schneller beruflich verbessern.