Laura Bohn

Medienmanagement, Musikmanagement
Campus Hamburg

Tätigkeit nach dem Studium: CEO / Co-Founder, Dock 7 Records & Management
Wo arbeiten Sie heute und wie lautet Ihre dortige Positionsbezeichnung?
“Dock 7 Records & Management”, CEO/Co-Founder. Ich habe die Firma mit meinem Kommilitonen Tjark Köhler gegründet.

Welche Aufgaben haben Sie dort?
Meine Aufgaben im Label sind vor allem im Bereich A&R (Artists and Repertoire) angesiedelt. Ich bin verantwortlich für Künstlerverträge, Bandübernahmen und Lizenzverträge, Künstlerstrategien und -beratung. Außerdem kümmere ich mich um das International Development & Relations, also den Aufbau und die Pflege internationaler Vorhaben und Beziehungen. Im Managementbereich kommen Aufgaben wie u.a. die Akquise von Partnern, Imagebildung und Karriereentwicklung hinzu.

Warum arbeiten Sie an dieser Stelle und was begeistert Sie?
Der Aufbau von Künstlern im Künstlermanagement genauso wie die Vermarktung von Musikprodukten sind enorm vielfältig und für jeden Künstler individuell. Diese Vielfalt und die Herausforderungen, die der moderne Musikmarkt generell bietet, begeistern mich am meisten.

Hatten Sie sich diese Art von Arbeit vor dem Studium vorgestellt?
Ich hatte vor dem Studium meistens mit dem Live-Bereich zu tun, wollte aber auch damals schon in Richtung Künstlermanagement gehen. Ein eigenes Label war damals kein expliziter Wunsch. Eigentlich hat sich erst durch das Studium und diverse Praxiserfahrungen herauskristallisiert, was die Arbeit genau beinhaltet.

Inwiefern haben die Hochschule, die Kooperationspartner der Hochschule bzw. das Personal der Hochschule Sie gut auf diese heutige Arbeit vorbereitet?
Die Projekte waren immer eine gute Möglichkeit, praxisnah zu lernen. Natürlich läuft im Arbeitsleben alles anders ab, aber man lernt ansatzweise, unter Stress zu arbeiten und ein Gefühl für Zeit- und Projektmanagement zu entwickeln. Auch mit Kommilitonen zu arbeiten, die einem persönlich nicht zusagen, ist ein extrem wichtiger Lernprozess. Mein Praktikum hat zusätzlich zu wichtigen Geschäftsbeziehungen und Kontakten geführt.

Bei welchem Unternehmen oder welcher Organisation haben Sie Ihr Praxissemester verbracht und wie bewerten Sie Ihre dort gemachten Erfahrungen?
Ich war für mein Praxissemester in Montreal, Québec, bei der Managementfirma „Opak Media“. Die Arbeit war spannend und vor allem die persönlichen Gespräche mit Olivier Sirois haben mir viel gebracht. Das Beste, was ich aus dem Praktikum mitgenommen habe, sind allerdings die Kontakte. Teilweise haben die zu Kooperationen und Partnerschaften mit Dock 7 geführt.

Wie war Ihr Kontakt zu Kommilitonen und was erhoffen Sie sich von diesen Kontakten in der Zukunft?
Der Kontakt zu den Kommilitonen war von Person zu Person sehr unterschiedlich. Mit einigen sind enge Freundschaften (und Plattenfirmen!) entstanden, andere würde ich als gute Bekanntschaften bezeichnen. Mit großer Sicherheit wird man fast alle hier und da in der Musikindustrie wieder treffen.

Wenn Sie an Ihr Studium zurück denken, woran denken Sie besonders gerne?
An mein Praxissemester in Montreal und an die Praxisprojekte. Dazu gehörte die Konzeption und Realisierung eines Musik Videos – unseres hat viel Spaß gemacht.

Woran denken Sie bei „Veränderung und Wandel“ ganz allgemein?
„Veränderung und Wandel“ umgibt uns in allen Lebensbereichen. Persönlich befindet man sich ständig in der Entwicklung. Aber auch beruflich lernt man nie aus, da die Welt um uns herum sich mit enormer Geschwindigkeit ändert.  

Wie wichtig schätzen Sie „Offenheit für Veränderung“ ein, um in der modernen, digital getriebenen Arbeitswelt heute und morgen zu bestehen?
Wir leben in einer Gesellschaft und Zeit, in der Veränderung zum Tagesgeschäft gehört. Gerade im schnelllebigen, digitalen und sich immerzu entwickelnden Musikmarkt ist eine grundlegende Offenheit oder noch besser: Sensibilität für Veränderung unabdingbar.

Haben Sie ein Ziel, wo Sie in 10 Jahren stehen möchten?
Mein Ziel ist es, „Dock 7 Records & Management“ in 10 Jahren als international agierende, unabhängige Firma zu etablieren und natürlich die Karriere unserer Künstler über diesen Zeitraum hinweg florieren und sich halten sehen. Mit weiteren 10 Jahren Erfahrungen würde ich gern auf Konferenzen sprechen und ein Vorbild für junge Mädchen und Frauen sein, sich in der Musikindustrie durchzusetzen.

Gibt es etwas, das Sie unseren Studienanfängern mit auf den Weg geben möchten?
Das Studium ist gut und wichtig, nicht zuletzt als Absicherung für die Zukunft. Praxiserfahrung und ein persönliches Netzwerk sind aber unbedingt notwendig, um fußfassen zu können und unabhängig zu bleiben. Vor, während und nach der Uni Praktika zu machen, entsprechende Jobs zu haben, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, halte ich für unwahrscheinlich relevant. 

 

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