Alumna Nora Milena Vehling

Nora Milena Vehling
Medienmanagement, PR und Corporate Communication
Campus Berlin

Tätigkeit nach dem Studium: Länderkoordinatorin Fashion Revolution Deutschland
Wo arbeiten Sie heute und wie lautet Ihre dortige Positionsbezeichnung?
Ich koordiniere zusammen mit Ariane Pieper in Deutschland die globale Kampagne Fashion Revolution, die sich für eine nachhaltige Transformation in der Textilindustrie einsetzt. Dadurch bin ich auch Gründungsmitglied des fff – future fashion forward e.V., mit dem wir uns als zivilgesellschaftliche Akteure im Deutschen Textilbündnis politisch einsetzten.

Darüber hinaus arbeite ich am IRI THESys, einem Forschungsinstitut der Humboldt Universität zu Berlin für interdisziplinäre Forschung und Nachhaltigkeit.

Welche Aufgaben haben Sie dort?
Ich koordiniere die Kampagne zwischen den 65 Kommunen und Städten, die in Deutschland mitmachen, und ich bin im Kontakt mit über hundert anderen Länderkoordinatoren weltweit und dem globalen Organisationsteam in U.K. Wir entwerfen die Kampagnen-Strategie, erweitern unsere Netzwerke und bringen unsere Expertisen zusammen, um in den jährlich stattfindenden Fashion Revolution Weeks rund um den 24. April möglichst aufmerksamkeitsstarke Events, Panels, Flashmobs, Videos, Festivals und andere Formate entstehen zu lassen.

Fashion Revolution hat sich als Dach-Kampagne nach dem Zusammensturz des Rana Plaza Textilfabrikgebäudes am 24.4.2013 in Bangladesch gegründet, um alle individuellen Stimmen, Initiativen und Kampagnen unter einer Frage zusammen zu bringen: Who made my clothes? Wir messen unsere Reichweite durch Hashtags, Events, Mitglieder und Medienveröffentlichungen. April 2017 hatten wir eine Reichweite von 533 Millionen, mit der wir 150 Mainstream-Modemarken dazu bewegen konnten, sich im Fashion Revolution Transparenz-Index messen zu lassen. So können wir mit messbaren Zahlen einen Druck in der Wirtschaft aufbauen und individuellen Konsumenten eine gemeinsame Stimme geben.

Über den fff – future fashion forward e.V. und meine Tätigkeit am IRI THESys arbeite ich an weiteren Projekten, die sich mit Klimawandel und Nachhaltigkeitstransformation auseinandersetzen. Mit ihrer Größe und Komplexität, mit ihrer enormen Umweltverschmutzung und schwersten Menschenrechtsverletzungen stellt die Textilindustrie ein hervorragendes Beispiel dar. Entlang ihrer Produktionsketten lassen sich die Zusammenhänge globalisierter Wertschöpfung mit ihren ökologischen und ökonomischen Aspekten gut aufdecken.  

Warum arbeiten Sie an dieser Stelle und was begeistert Sie?
Mich begeistert der Austausch zwischen Menschen und das Potenzial, dass in jedem individuell steckt! Und mich motivieren die Veränderungen, die ich während der letzten 4 Jahre anstoßen, mitgestalten und wachsen sehen konnte. Ich habe mit einer Vielzahl inspirierender Menschen aus verschiedensten Kultur- und Sprachräumen zu tun, die grenzübergreifend und interdisziplinär neue Werte denken und fordern. Dabei denke ich immer an die Menschen, die nicht die Freiheit oder die Möglichkeit besitzen, sich Gehör zu verschaffen. Mein Ziel ist es, dass Fashion Revolution irgendwann groß genug ist, dass diese Veränderungen bei ihnen ankommen und ihnen eine eigene Möglichkeit geben, sich zu äußern und gehört zu werden!

Hatten Sie sich diese Art von Arbeit vor dem Studium vorgestellt?
Nein, absolut nicht! Ich bin über den Eignungstest bei der Hochschule Macromedia gelandet, den ich so gut abschloss, dass ich mich fast verpflichtet fühlte, meine Talente zu nutzen. Ich wollte allerdings schon immer wissen, wie globale Wirtschaft funktioniert. Ich finde interkulturellen Austausch, ob digital oder direkt, zwischen Menschen und die Verschiebung von Werten unglaublich interessant.

Inwiefern haben die Hochschule, die Kooperationspartner der Hochschule bzw. das Personal der Hochschule Sie gut auf diese heutige Arbeit vorbereitet?
Natürlich sehr stark. Ich erinnere mich bis heute an Prof. Dr. Dominik Pietzckers Worte „Es ist heutzutage egal, was Sie verkaufen. Es kommt darauf an wie!“ –  das ist die Methode, mit der ich bis heute arbeite. Massenmedien und Massenkommunikation machen eine Arbeit, ein Ergebnis, ein Produkt erst dann relevant, wenn es ankommt und nicht untergeht.

In meiner Bachelorarbeit an der Hochschule Macromedia habe ich das Massenphänomen „Je suis Charlie“ analysiert und wie ISIS / Daesh sich über Soziale Netzwerke organisierte und Mitglieder gewannen. Darauf aufbauend untersuche ich bis heute, wie Trends, Hypes und kurzeitige Massenbewegungen entstehen, sich verändern und warum.

Bei welchem Unternehmen oder welcher Organisation haben Sie Ihr Praxissemester verbracht und wie bewerten Sie Ihre dort gemachten Erfahrungen?
Ich habe mein Praxissemester durch Peter Königsfeld bei der fulmidas Medienagentur in Berlin machen können. Dort habe ich sehr viele Einblicke in Medienarbeit und politische Lobbyarbeit bekommen. Es ist vielleicht etwas gemein formuliert, meine es aber als Kompliment, wenn ich sage, ich wollte immer vom Teufel lernen.

Bei fulmidas wurde ich von Anfang an ernst genommen, konnte mich durchsetzen und habe gleichzeitig viel gelernt. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich nach einer Auseinandersetzung mit Michel Friedmann über Digitalisierung die erste Praktikantin war, die in seinen Redaktionssitzungen anwesend sein durfte und seine Sendung Studio Friedman auf N24 vorbereiten konnte.

Falls zutreffend: Wie bewerten Sie rückblickend das Semester an der ausländischen Partnerhochschule? Welche Impulse konnten Sie mitnehmen?
Den stärksten Impuls, den ich aus meinem Auslandssemester in Dublin mitnehme (der Heimat von Pennys und Primarkt) ist der, als mich ein Freund im Pub das erste Mal fragte: „Nora, weißt du, wer deine Kleidung macht?“ – Diese Frage hat mein gesamtes Leben verändert und bestimmt mit Fashion Revolution bis heute in gewisser Weise all mein Tun.

Wie war Ihr Kontakt zu Kommilitonen und was erhoffen Sie sich von diesen Kontakten in der Zukunft?
Zwei ehemalige Kommilitoninnen sind enge Freunde und in besonderer Weise Menschen, mit denen ich mich viel austausche. Ann-Charlotte Gerdes ist heute Filmemacherin und arbeitet an der SAE in Berlin Kreuzberg. Mit ihr arbeite ich gemeinsam an Filmideen und Doku-Projekten über die Textilindustrie. Julia Bühnemann hat sich in Bremen mittlerweile ebenfalls mit PR und Kommunikationsmanagement selbstständig gemacht. Wir haben uns im Auslandssemester in Dublin kennengelernt und teilen viele Erfahrungen. Sie ist der wertvollste Austausch für mich, wenn es um Expertisen in PR-Arbeit geht. Die Entwicklung vieler anderer KommilitonInnen zu sehen, ist natürlich immer spannend und bereichernd.

Wenn Sie an Ihr Studium zurückdenken, woran denken Sie besonders gerne?
Ich denke gerne an die Erfolge der Projektarbeiten zurück. Anders als an der staatlichen Uni war es immer ein besonderes Erfolgserlebnis, eine Kommunikationsstrategie zum Abschluss einem Unternehmen zu präsentieren oder ein Event umzusetzen oder einen Film zu präsentieren. Mit den neuesten Medien ausgebildet zu werden, hat einem oft vor Augen geführt, was alles möglich und machbar ist.

Woran denken Sie bei „Veränderung und Wandel“ ganz allgemein?

Individuelle Veränderung bewirkt Wandel. Mir ist das ganz wichtig. Ich habe im Studium einen Methodenkoffer in die Hand bekommen, den ich bis heute benutze. Mein Weltbild, meine Vorstellungen von richtig und falsch breche ich allerdings seither und befinde mich im permanenten Wandel der Zeit, mit Methoden, die in ihrer Anwendung immer wieder neu gedacht werden müssen, was ich als bereichernd empfinde. Das ist mir auch sehr wichtig, um frei zu denken und weiter zu lernen.  

Wie wichtig schätzen Sie „Offenheit für Veränderung“ ein, um in der modernen, digital getriebenen Arbeitswelt heute und morgen zu bestehen?
Seltsamerweise erlebe ich die Offenheit für Veränderung sehr gering, in einer Zeit in der Veränderung schneller erlebt wird, als je zuvor. Ich selbst habe insgesamt vier Start-Ups in den Unternehmensstart mitbegleitet und erlebt, dass die digital getriebene Arbeitswelt uns alle zu Sendern macht und nur sehr wenige noch in der Lage sind, Empfänger zu sein. Der Erfolg setzt sich meiner Ansicht allerdings dann langfristig durch, wenn empfangen werden kann und Offenheit für Transformation als Möglichkeit besteht.

Inklusives Denken kann zu langfristigen Bewegungen von Massen führen, das bedeutet auch diejenigen mitzunehmen, die einem eventuell Kontra bieten, von ihnen zu lernen und mit ihnen zu wachsen. Einen Trend zu nutzen und mitzulaufen kann funktionieren, ist im Ergebnis aber oft fraglich.

Haben Sie ein Ziel, wo Sie in 10 Jahren stehen möchten?
In zehn Jahren 2028 befinden wir uns zwei Jahre vor dem Erreichen der Zielsetzung der SDGs (Sustainable Development Goals). Die Textilindustrie ist als zweitschmutzigste Industrie weltweit in einer Menge Aspekte davon betroffen. Also möchte ich vor allem in einer bis dahin weniger konsumorientierten Welt stehen mit weniger Textilmüll und Umweltvergehen.
 
Mit Fashion Revolution und fff – future fashion forward e.V. sowie einer weiteren Arbeit in der Wissenschaft möchte ich aber vor allem Strukturen aufbauen, die derzeitige Strohfeuer institutionalisiert und gleichzeitig die Kommunikation zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik neu definiert. Das ist nach meiner Auffassung nur mit digitalen Medien möglich.

Gibt es etwas, das Sie unseren Studienanfängern mit auf den Weg geben möchten?

Ich würde gerne jedem Mut machen, groß zu denken, Strukturen in Frage zu stellen und sich dabei eventuell mehr von der Welt zu erwarten als einen klassischen Karriereweg und eigene Absicherung. Medien und Digitalisierung können Möglichkeiten für grenzenlosen Austausch sein. Diesen sinnvoll zu nutzen und zu gestalten, sehe ich als Herausforderung und spannende Aufgabe der Medienmanager von morgen.  

 

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