Donnerstag | 01. Februar 2018

Wirkungsnachweis: Medien beleben den Diskurs


Ein amerikanisches Forscherteam wies erstmals Wirkungen und Einfluss von Medien im demokratischen Prozess unmittelbar nach und belegt: Berichten Medien über ein Thema, dann diskutieren auch die Leser viel häufiger darüber. Die Kölner Professorin und Kommunikationswissenschaftlerin Marlis Prinzing veranlasste dieser Befund, das Thema in ihrer Kolumne für den österreichischen Standard aufzugreifen.


Der Wirkungsnachweis unterstreicht zudem, wie wichtig erstens der Leistungsauftrag von öffentlich-rechtlichen Medien für demokratische Gesellschaften ist und zweitens die Wertschätzung für Journalismus von hoher professioneller Qualität inmitten einer offenbar anhaltenden globalen Vertrauenskrise.

Viele Forscher, die bis dahin Medienwirkung gemessen haben, stießen an Grenzen, weil manche Befunde sozusagen auf „angeborenen Unterschieden“ zwischen den untersuchten Gruppen beruhen. Das Problem ist auch in anderen Bereichen bekannt – etwa in der medizinischen Forschung. Das machte sich das Team um Gary King (Harvard) nun zunutze und entschied sich für eine randomisierte kontrollierte Studie. Ein so gebautes Experiment wird in der Medizin angewendet um zu testen, wie wirksam Interventionen sind. Die Teilnehmenden werden willkürlich den beiden zu untersuchenden Gruppen zugewiesen. Gruppe eins erhält ein Medikament oder eine Art von Behandlung, Gruppe zwei nur sogenannte Placebos ohne bekannte therapeutische Wirkungen. Das Kommunikationsforscherteam prüfte auf ähnliche Weise die Wirkung des Lesens von Nachrichten. Sie testeten sie anhand von 48 Nachrichtenmedien im Zeitraum zwischen Oktober 2014 und März 2016 und von Geschichten aus elf Themenfeldern, die in den USA auf breites Interesse stoßen – etwa Rasse, Einwanderung oder Arbeitsmarkt – aber keine Breaking News waren.

Die Studie hat zwar auch Schwachstellen, liefert aber robuste Ergebnisse, die sich auf europäische Medienlandschaften übertragen lassen. Die aus diesen Befunden ableitbare Bedeutsamkeit von professionellem und damit verantwortungsorientiertem  Journalismus nimmt weiter zu angesichts der sich durch manipulierende Berichte (also: Fake-News) verschärfenden globalen Vertrauenskrise. Die Belege für diese Krise liefert das auf Daten aus 28 Ländern bauende aktuelle Edelman-Trust-Barometer, zugleich aber auch für eine bemerkenswerte Reaktion auf diese Art von Verunsicherung. Die Glaubwürdigkeit, die seriösem Journalismus zugeschrieben wird, wuchs  global um zwölf Punkte auf 39 Prozent, in Deutschland sogar um 19 Punkte auf 45 Prozent.

(MPR)


Zur Kolumne:

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Prof. Dr. Marlis Prinzing lehrt Journalistik am Macromedia Campus Köln und ist Herausgeberin der Praxisbuchreihe "Journalismus-Atelier"

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