04.05.2020

Miteinander lernen: Macromedia-Studierende entwerfen Online-Plattform für den Musikunterricht

Klavierunterricht via Tablet? Gesangstunde per Smartphone? Studierende der Hochschule Macromedia erarbeiten ein Konzept, wie Musikschulen auch online unterrichten können. Anlass für das Praxisprojekt mit Matthias Fischer, Popmusikbeauftragter des Bezirks Oberbayern, James Hurley von der Musikschule Piu Piano und Jazzgitarrist Max Frankl sind Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie – doch die Online-Plattform ist als langfristiges Asset der Musikschulen geplant.

Probenräume – verwaist.
Konzerte – abgesagt.
Instrumentalunterricht – entfällt.

Die Musikszene ist von der Corona-Pandemie hart getroffen. Viele Musiker sind freiberuflich tätig, sie verlieren mit den Kontaktbeschränkungen ihre Existenzgrundlage.

Langfristige Lösungen: Online-Plattform als Ergänzung

Hier Lösungen zu suchen, ist Ziel des von Prof. Jörg Liebold geleiteten Orientierungsprojektes der Hochschule Macromedia. „Gemeinsam mit unserem Projektpartner und Kunden entwickeln wir eine Online-Plattform für Musikschulen“, erläutern Tanja Heinrich, Johanna Vilsmeier und Alessia Zanotti. Die Bachelorstudentinnen sind im vierten Semester ihres Designstudiums. „Das Hauptaugenmerk liegt auf Funktionalitäten fürs e-Learning und für die Interaktion der Community. So soll über die Plattform individueller Instrumentalunterricht auf Distanz ebenso möglich sein wie Workshops und Fortbildungen.“

Ansprechpartner der Studierenden sind Matthias Fischer, Popmusikbeauftragter des Bezirks Oberbayern, James Hurley von der Musikschule Piu Piano und Jazzgitarrist Max Frankl. Ihnen geht es um langfristige Lösungen: „Corona liefert den Anlass, aber letztlich wünschen wir uns eine Plattform, die ausgereift ist und langfristig genutzt wird. Ein unglaublich praktikables, digitales Werkzeug eben, das Musikpädagoge_innen und Schüler_innen ermöglicht, zu jedem Zeitpunkt zielorientiert zusammenzuarbeiten. Konkret bedeutet das, dass wir die Studierenden mit unseren Anforderungsprofilen briefen und sie daraus ein Konzept von hoher Usability für die verschiedenen Nutzergruppen generieren“, formuliert Matthias Fischer seine Erwartungshaltung an die Zusammenarbeit.

Gruppenarbeit im Online-Modus: Persönlich und fokussiert

Orientierungsprojekte sind große, einsemestrige Lehrveranstaltungen, in denen Macromedia-Studierende mit echten Kunden in einem realen Umfeld zusammenarbeiten, um Erfahrung im Projektmanagement und der Organisation von Kundenprojekten aufzubauen. Im Frühjahr 2020 bedeutet „real“ allerdings: virtuell. So kennen die Macromedia-Studierenden ihre Ansprechpartner nur über den Bildschirm. Intensiv kann das trotzdem sein: „Unsere Ansprechpartner hatten die Kamera immer eingeschaltet. Wir haben sie in ihrem privaten Umfeld kennengelernt, das war eigentlich sehr persönlich. Nach den Besprechungen haben wir meist noch schriftliches Feedback erhalten, insofern haben wir die Kommunikation als sehr verbindlich erlebt“, berichten Tanja, Johanna und Alessia.

Und auch die Studierenden zeigen sich in der Online-Kommunikation von ihrer besten Seite: „Ich erlebe die Studierenden als sehr fokussiert und professionell. In den Kundenterminen sind sie gut vorbereitet, wirken sehr koordiniert und beherrschen die interaktiven Tools. Damit ist wichtiges Ziel des Orientierungsprojektes, nämlich sich erfolgreich als Dienstleister zu präsentieren, super erfüllt“, so Prof. Liebold. Und noch etwas beobachtet der VFX-Experte: „Ich bin wirklich begeistert, wie gut die virtuelle Gruppenarbeit zwischen den Studierenden funktioniert. Mein Eindruck ist: die Redeanteile sind ausgeglichener, die Arbeit wird in den Teams gerechter verteilt und konzentrierter erledigt als es im Klassenzimmer der Fall wäre.“

Verständnis für die Anspruchsgruppen: Studierende leisten Transferarbeit

Mittlerweile ist das Grobkonzept für die Online-Plattform durch den Kunden verabschiedet. Jetzt arbeiten die Studierenden das Detailkonzept aus: „Die Zusammenarbeit mit den jungen Experten von der Hochschule Macromedia entwickelt sich wirklich vielversprechend. Hier könnte ein Netzwerk für Musiklehrer und -schüler entstehen, wie wir es bislang noch nicht kennen. Das ist aufregend“, so James Hurley, Leiter der Musikschule Piu Piano.

Und Max Frankl ergänzt: „Nicht alle virtuosen Musiker sind auch virtuos im Handling von digitalen Applikationen. Ich freue mich deshalb, wie gut die Macromedia-Studierenden sich in die Charakteristik unserer Nutzergruppen und ihre Anforderungen an die Usability der Plattform eingearbeitet haben. So werden Musikschüler ebenso wie ihre Lehrer die Plattform hoffentlich gerne und intuitiv nutzen.“

Informationen zum Macromedia-Studiengang Design B.A. gibt es hier.

Informationen zum Popmusikbeauftragten des Bezirks Oberbayern gibt es hier.
Informationen zur Musikschule Piu Piano gibt es hier.
Informationen zum Jazzmusiker Max Frankl gibt es hier.

(IMH)