15.12.2021

„How to Dior“ – Macromedia und Kunstgewerbemuseum Berlin kooperieren

Am 17.12.21 eröffnet die Ausstellung „How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen“ im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin.

Kuratorin Dr. Katrin Lindemann präsentiert noch nie gezeigte Modelle von Christian Dior und seinen Nachfolger:innen Yves Saint Laurent, Marc Bohan, Gianfranco Ferré und John Galliano.

Teil der Ausstellung sind auch Arbeiten von Studierenden der Hochschule Macromedia. In einer campusübergreifenden, interdisziplinären Zusammenarbeit haben sich Studierende aus den Bachelor-Programmen Fashion Design, Fashion Management, Schauspiel und Kommunikationsdesign die Frage gestellt: How to Dior?

Aktueller Anlass der Sonderausstellung „How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen“ sind die jüngsten Zugänge von Dior-Modellen in die Sammlung des Kunstgewerbemuseums. Insgesamt 18 Objekte umfasst die Ausstellung, darunter das berühmte Abendkleid „Mexique“ aus der Herbst-Winter-Kollektion Christian Diors von 1951.
Die Objekte ermöglichen eine Zeitreise durch die Geschichte des Modehauses, welche Ausgangspunkt auch der studentischen Arbeiten war:

„Die kuratierte Auswahl der Originalentwürfe Christian Diors und seiner Nachfolger*innen zeigt, wie das Erbe eines großen Couturiers immer wieder neue Virtuosität hervorbringen kann. Hier zu lernen, sich die raffinierte Schnitt-Technik, die wechselnde Wahrnehmung des modischen Frauenkörpers und Gender Fluidity bewusst zu machen und in einen zeitgenössischen Kontext zu setzen, war Aufgabe und Privileg unserer Studierenden bei dieser Kooperation“, erläutert Prof. Karolin Violante, Professorin für Fashion Design an der Hochschule Macromedia und Projektleiterin der Kooperation.

Kuratorin Dr. Katrin Lindemann vom Kunstgewerbemuseum lobt die Zusammenarbeit mit den Studierenden der Hochschule:

„Je nach Studienfach und Modul haben die Studierenden ganz unterschiedliche Zugänge zu der Haute Couture aus dem Haus Dior gefunden, das war auch für mich als Kuratorin sehr interessant. Für die Ausstellung haben wir besonders spannende Fortschreibungen aus jedem Genre ausgewählt. Es sind Arbeiten von Fashiondesigner:innen zu sehen, von Schauspieler:innen, Illustrator:innen ebenso wie von Kommunikations- und Kampagnendesigner:innen, die den Außenauftritt der Ausstellung entwickelt haben.“

Modedesign-Student Nikolas Wunderlich fasst die Stimme der Studierenden zusammen: „Dior ist eine Ikone der Modemarken. Die Arbeit mit Originalentwürfen aus diesem Haus; die analytische Betrachtung der Exponate aus dem Archiv des Kunstgewerbemuseums – das waren großartige Momente für mich als angehenden Modedesigner. Für diese Chance bin ich dem Museumsteam, aber auch den Dozierenden des Atelier Chardon Savard an der Hochschule Macromedia sehr dankbar.“

Und Prof. Tutia Schaad, Leiterin des Studiengangs Modedesign an der Hochschule Macromedia, betont die interdisziplinäre Qualität des Kooperationsprojektes: „Kreativität entsteht im Diskurs. Ich würde sogar sagen: zeitgemäßes Fashion Design braucht den Austausch mit benachbarten Disziplinen. Das vermitteln wir auch unseren Studierenden und legen deshalb großen Wert auf das interdisziplinäre Setting unserer Praxiskooperationen.“

Insgesamt sind über 100 Arbeiten von Macromedia-Studierenden Teil der Ausstellung geworden. Bis zum 27. März 2022 sind sie im Kunstgewerbemuseum zu sehen sowie auf der Website: howtodior.de.

Die Laufzeit der Ausstellung „How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen“ im Modekabinett des Kunstgewerbemuseums ist 17.12.21-26.6.22.

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Weitere Informationen zum Studiengang Fashion Design B.A. gibt es hier.

Weitere Informationen zur Studienrichtung Kommunikationsdesign B.A. gibt es hier. 

Weitere Informationen zum Studiengang Schauspiel B.A. gibt es hier. 

How to Dior: Die Projekte der Macromedia-Studierenden im Einzelnen

Im Detail ging es bei der Kooperation der Hochschule Macromedia mit dem Kunstgewerbemuseum um folgende Themen:

  • In einer frühen Projektphase prägten Kommunikationsdesigner:innen der Hochschule Macromedia die Formulierung „how to dior“. Diese Formulierung wurde zum Leitmotiv der Kooperation und bildete den gemeinsamen Bezugspunkt für die verschiedenen Studierendengruppen.
  • Der Kommunikationsdesignerin Lilli Gänsbauer gelang es, dem dahinter stehenden Prozess von Referenzen und Neu-Interpretationen anhand eines Abendkleides von Yves Saint Laurent eine starke visuelle Form zu verleihen. Ihr Design findet sich als Plakat, Programmkarte, XXL-Fassaden-Banner und auf den Treppenstufen des Kulturforums wieder.
  • Im Kurs „Laboratory Experimental Textiles“ durften die Fashion Designer:innen der Hochschule Macromedia mit einem Original-Schnittmuster aus Christian Diors Sommerkollektion 1978 arbeiten. Mit Siebdruck und anderen Veredelungstechniken untersuchten sie, wie die textile Oberfläche die Wirkung eines Kleidungsstückes grundlegend verändert – auch wenn der Schnitt identisch bleibt. Zu sehen sind sechs Arbeiten von 2.-Semester-Studierenden, u.a. die textile Kreation “La Vie en Dior“ von Eiríkur Erlingsson, die er an einem männlichen Model in Szene setzt.
  • Einer anderen Gruppe von Modedesign-Studierenden kam die Aufgabe zu, basierend auf dem Erbe Christian Diors eine eigene Kollektion zu entwickeln. Ausgangspunkt bildete die intensive Analyse von Originalschnitten und Kollektionskonzepten des Hauses Dior. Das Hauptaugenmerk der 4.-Semester-Studierenden lag auf der zeichnerischen Kollektionsentwicklung, der Fertigung beispielhafter Outfits sowie der Visualisierung durch Moodboards, Line-ups, Photoshoots und kurze Modefilme. In der Ausstellung sind insgesamt 9 Kollektionsentwürfe zu sehen, darunter die Arbeit des Studenten Borislav Yavriyski, der seine Neu-Interpretation in den Kontext von Salvador Dalís surrealistischen Welten stellt.
  • Eine besonders intensive, mehrfach gebrochene Auseinandersetzung mit der Frage „how to dior“ fand in der Gruppe der Schauspielstudierenden statt. Deskriptive Teile aus den Projektarbeiten ihrer Kommilitonen überführten die Schauspieler:innen in eine Hommage an Christian Dior und statteten sie mithilfe der Modedesign-Studierenden mit Kostümen aus. Die Inszenierung dieser Hommage ist als Film fester Teil der Ausstellung.

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Beteiligte Akteure von Hochschule Macromedia,
Atelier Chardon Savard (Modedesign-Studium der Hochschule Macromedia)
und Cour Florent (Schauspiel-Studium der Hochschule Macromedia) waren:

Projektleitung: Prof. Karolin Violante
Kuration studentischer Arbeiten: Prof. Tutia Schaad und Prof. Karolin Violante

Professor:innen Campus Berlin: Prof. Dr. Kristin Hahn, Prof. Andreas Herrmann, Prof. Dr. Brigitte Kleinselbeck, Prof. Dunja Kopi, Prof. Robert Lehniger, Prof. Tutia Schaad, Prof. Thomas Stegmann, Prof. Suzan Terzioglu, Prof. Karolin Violante

Professor:innen Campus München: Prof. Tanja Schmitt-Fumian
Professor:innen Campus Hamburg: Prof. Alena Bartschat

Betreuende Dozent:innen der ausgestellten Projekte: Yvonne Wadewitz, Tosca Wyss, Tina Müller, Laina Schwarz, Nele Brackert, Daniela Blüml, Theo Grassl, Jasmin Wottke

Werkstatt Fashion Design Campus Berlin: Henriette Dresbach, Sanja Lukenda
Werkstatt Fashion Design Campus Hamburg: Felicia Brandt

Studentische Initiativen:
Interdisziplinäre Kommunikation und Organisation: Nikolas Wunderlich (Berlin)
Ausstellungsaufbau: Jonas Neubert (Berlin)
Design Ausstellungsplakat: Lilli Gänsbauer (München)
Design Ausstellungswebseite: Damira Pilizota und Savina Urdarska (Berlin)

(IMH)