Freitag | 25. November 2011

„Werbekunden nehmen zu viel Einfluss auf journalistische Inhalte.“


Petra Winter, Ex-Chefredakteurin der Cosmopolitan, sprach am 17. November mit Medienmanagement-Studierenden am MHMK-Campus München über die Zeitschriftenbranche und das Erfolgsgeheimnis für gute Auflagen.


1,4 Millionen Leserinnen und Leser hat die deutsche Cosmopolitan bei einer Druckauflage von 492.495 (IVW 3/2011). 126 Millionen verkaufte Hefte in dreißig Jahren, bilanzierte Petra Winter, ehemalige Chefredakteurin der Cosmopolitan am Donnerstag vor einer Woche in der Aula des Campus München. Die 35-Jährige, die von 2005 bis 2011 die erfolgreichste Frauenzeitschrift Deutschlands leitete, plauderte vor Studierenden des Medienmanagements aus der Praxis. Ihr Journalistenleben startete sie ganz klassisch an der Journalistenschule des Axel Springer Verlags, arbeitete danach bei verschiedenen Verlagen, bis sie als Autorin bei der Cosmopolitan anfing und dort zu Chefredakteurin aufstieg.

 

„Das Wichtigste ist, dass der Leser etwas mit dem Namen der Zeitschrift verbindet“, erklärt Winter.  „Be with your reader 24/7 – das ist das Geheimnis guter Auflagen.“ Deshalb ist die Cosmopolitan nicht nur als Zeitschrift für ihre Leser erreichbar, sondern auch online, via TV, Merchandising und Werbung. So gelte die Cosmopolitan heute in der Branche als die Zeitschrift, zu der die Leserinnen die stärkste emotionale Bindung aufbauen. Das wecke Begehrlichkeiten. Der Einfluss von Anzeigenkunden auf die journalistischen Inhalte von Zeitschriften werde immer stärker, so Petra Winter: „Viele Kunden verlangen eine Story zu ihrem Produkt oder Testimonial, wenn sie eine Anzeigenseite kaufen.“ Winter betont, dass sie dies nur schwer mit ihrer journalistischen Überzeugung vereinbaren konnte, weshalb sie ab Januar 2012 eine neue Aufgabe übernehmen wird, über die sie allerdings noch nichts verraten wollte. Laut einer Pressemitteilung des Mutterverlags der Cosmopolitan vom 12. August wird sie aber wohl „neue Aufgaben innerhalb der Marquard Media Gruppe“ übernehmen.

 

„Sicher, ich hatte einen mehr als interessanten Job als Chefredakteurin, einen Porsche als Firmenwagen und habe jedes Jahr zu Weihnachten mehrere Designertaschen geschenkt bekommen“, so Winter. Die Schattenseite sei aber, dass der Einfluss der Werbekunden auf die journalistische Arbeit der Redakteure inzwischen überhandnehme, die Redaktionen aufgrund sinkender Verkaufszahlen immer mehr schrumpften und jede Zeitschrift täglich ums Überleben kämpfe und alles, aber auch alles tue, um am Kiosk nicht übersehen zu werden. Ein hartes Geschäft! Das man nur gut mache, wenn man auch Spaß an der Arbeit habe. Wenn das nicht mehr so sei, sollte man seinen Job kündigen, betont Winter, denn dann sei man keine gute Chefredakteurin mehr. „Schließlich ist man am Ende jeden Tages verantwortlich und muss gegebenenfalls den Mut haben, etwas zu ändern.“ (Verena Kuhlmann/sis)


Petra Winter bei der Gala zur Verleihung des Deutschen Medienpreises (© Fotoausschnitt: media control GmbH)

Telefonische Studienberatung: 0800 6227663345

Unsere kostenlose Infoline für alle Fragen zur Studienwahl. Montag bis Freitag: 10.00 - 18.00 Uhr

  • Weitere wichtige Telefonnummern:
  • München 089 544151-0
  • Stuttgart 0711 280738-0
  • Freiburg 0761 442266
  • Köln 0221 31082-0
  • Hamburg 040 3003089-0
  • Berlin 030 2021512-0
WhatsApp
Kontaktieren Sie uns über WhatsApp

So geht's:
1. 0176 15098602 eingeben
2. Als Kontakt speichern
3. Stellen Sie Ihre Frage direkt über WhatsApp

Sie erreichen uns von Montag bis Freitag 10:00 - 18:00 Uhr

Adresse
Schreiben Sie uns oder kommen Sie vorbei

Hochschule Macromedia
University of Applied Sciences

Tiziana Ziesing
Zentrale Studienberatung

Sandstraße 9
80335 München