Dienstag | 21. Januar 2014

Männer schreiben über Männer - MHMK-Professor Horky präsentiert neue Studie zur internationalen Sportberichterstattung


Weltweit werden neun von zehn Artikeln über Sport von Männern verfasst, 88 Prozent der Beiträge handeln von männlichen Athleten. Das ist ein Ergebnis des International Sports Press Survey 2011 von Journalistikprofessor Dr. Thomas Horky von der MHMK und Dr. Jörg-Uwe Nieland von der Deutschen Sporthochschule Köln, der jetzt in der Internationalen Zeitschrift für Journalismus „message“ veröffentlicht wurde.


Mit 41 Prozent der analysierten Beiträgen ist es der Fußball, der von allen Sportarten die größte Aufmerksamkeit der internationalen Sportjournalisten erfährt – in einigen Ländern liegt der Anteil an der Sportberichterstattung sogar bei 85 Prozent (Rumänien), 81 Prozent (Portugal) oder 75 Prozent (Brasilien). In Deutschland beschäftigen sich immer noch 58 Prozent der ausgewerteten Beiträge mit Fußball. Kaum Beachtung finden Themen wie Sportpolitik (drei Prozent), Lokal- und Amateursport oder Kinder- und Jugendsport (jeweils ein Prozent). Selbst das häufig prominent diskutierte Thema Doping spielt rein quantitativ gesehen kaum eine Rolle in der Berichterstattung – lediglich in einem Prozent der Artikel ist es Thema.

 

Dazu Prof. Dr. Thomas Horky, stellvertretender Studiengangleiter Journalistik an der MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, der die Studie gemeinsam mit Dr. Jörg-Uwe Nieland von der Deutschen Sporthochschule Köln geleitet hat: „Kritische Stimmen, wie sie in den Themenbereichen Sportpolitik oder Doping zu erwarten sind, werden in den untersuchten Tageszeitungen weitgehend ausgeblendet. Offensichtlich legen die Redaktionen ihren Schwerpunkt auf ein wettkampfbezogenes, wenig vielfältiges und meist unkritisches Bild vom Sport.“

 

Eine pdf-Version des Artikels aus "message - Internationale Zeitschrift für Journalismus" (www.message-online.com) steht HIER zum Download bereit.

 

Aktualität und Bilder sind Trumpf

 

Bei weltweit acht von zehn Beiträgen ist Aktualität der entscheidende Nachrichtenfaktor. Hauptthema der Artikel sind Resultate oder Spielberichte (31 Prozent), sportliche Leistungen (29 Prozent) und Spielvorschauen (18 Prozent). Dabei wird im Vergleich zu früheren Untersuchungen aus den Jahren 2005 und 2002 deutlich, dass die Perspektive auf Sport immer internationaler wird und die großen Stars sowie internationale Turniere den Großteil der Aufmerksamkeit der Berichterstatter binden – so besaß mehr als jeder vierte von zehn Beiträgen eine internationale Ausrichtung. „Mehr denn je besitzt Sport eine kulturübergreifende, völkerverbindende Dimension. Stars wie Schweinsteiger oder Özil stehen weltweit im Fokus der Medien. Ich glaube deshalb, dass solche Spitzensportler ganz wichtige Botschafter für faires, vorurteilsfreies Handeln sein können“, kommentiert Thomas Horky.

 

Signifikant für die Sportberichterstattung ist weltweit die ausgeprägte Bebilderung der Artikel. Lediglich ein gutes Drittel der erfassten Artikel ist unbebildert, die überwiegende Mehrzahl der Artikel wird mit einem Bild präsentiert, knapp 8 Prozent sogar mit drei oder mehr Fotos. Dabei werden allerdings erhebliche Unterschiede je nach Art der Zeitung deutlich: Während in deutschen Boulevard-Blättern – untersucht wurden Bild und Kölner Express - jeder sechste von zehn Artikel über Sport bebildert ist, verzichten die überregionalen Tageszeitungen FAZ und Süddeutsche Zeitung in mehr als der Hälfte der Beiträge auf Fotos oder Grafiken.

 

Über die Studie

Für den Ende 2013 publizierten International Sports Press Survey 2011 wurde zwischen April und Juli 2011 in 22 Ländern die Sportberichterstattung in nationalen Tageszeitungen auf quantitative und qualitative Merkmale hin untersucht. 30 Forscherteams beteiligten sich an der von Prof. Dr. Thomas Horky und Dr. Jörg-Uwe Nieland koordinierten Untersuchung und machten sie zur bislang größten Vergleichsstudie über Sportberichterstattung weltweit. Die Ergebnisse publizierten Horky und Nieland in der Januarausgabe der Fachzeitschrift "message - Internationale Zeitschrift für Journalismus".

 

Über Thomas Horky

Seit dem WS 2009/10 lehrt Dr. Thomas Horky Journalistik an der MHMK in seiner Heimatstadt Hamburg. Zuvor unterrichtete der promovierte Sportwissenschaftler an verschiedenen Institutionen (Universitäten Hamburg, Leipzig und Lüneburg, Medienakademie AG in Hamburg), zuletzt war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Schwerpunkt seiner Lehre: Die Verbindung von berufspraktischer Erfahrung mit theoretischer Reflektion.

Neben Grundlagenseminaren vertritt Horky das gesamte Spezialgebiet des Sportjournalismus unter dem Forschungsbegriff Mediensport. Mit zahlreichen Beiträgen als freier Journalist für Zeitungen, Nachrichten- und PR-Agenturen, Magazine, Fachzeitschriften sowie TV- und Hörfunksender deckt er das gesamte Spektrum redaktioneller Tätigkeit ab. Sein Volontariat absolvierte er bei der dpa, nachdem er 1993 das Studium der Diplom-Sportwissenschaft, Journalistik und Linguistik abgeschlossen hatte.


Die Berichterstattung im Ressort Sport ist männlich dominiert – in Hinblick auf die Verfasser ebenso wie in Hinblick auf die Athleten. Weibliche Sportjournalisten sind vollkommen unterrepräsentiert – am besten steht noch Brasilien da, wo ein Viertel der untersuchten Beiträge von Frauen stammten. Das fanden Prof. Dr. Thomas Horky von der MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, und Dr. Jörg-Uwe Nieland von der Deutschen Sporthochschule Köln im International Sport Press Survey 2011 heraus. (Abbildung: Ute Lederer/Message)

Während international der Fußball die höchste Aufmerksamkeit von Zeitungs-Journalisten erfährt, liegt der Schwerpunkt der US-amerikanischen Sportberichterstattung auf Baseball (23 Prozent), Basketball (17 Prozent) und American Football (12 Prozent). (Abbildung: Ute Lederer/Message)

Prof. Dr. Thomas Horky ist stellvertretender Studiengangleiter Journalistik an der MHMK Hamburg.

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